Tag-Archiv für 'nordstadt'

Nordstadt: Jüdischer Friedhof geschändet

Am Vormittag wird die Schändung eines jüdischen Friedhofs in der Nordstadt entdeckt: Mit blauer und weißer Farbe wurden Hakenkreuze auf Grabsteine geschmiert, bei der Predigthalle wurden Scheiben eingeschlagen und Buchstaben aus einem Grabstein gebrochen. Zusätzlich sind weitere Flächen mit Farbe bespritzt. In der Predigthalle des Friedhofs ist zur Zeit eine Ausstellung im Zusammenhang mit dem Ersten Weltkrieg aufgebaut. Das Thema ist „Zeit zum Erinnern“.
Ein weiteres, ebenfalls in weiß gesprühtes, Hakenkreuz wird im Bereich Kniestraße/Heisenstraße – außerhalb des Friedhofs – gefunden.

Bereits am Dienstag (3. November) waren weiße Farbkleckse an der Friedhofspforte entdeckt worden ohne das diesen Bedeutung beigemessen wurde.

Hooligans greifen in der Nordstadt an

Am Abend wird in der Nordstadt eine Gruppe Linker von Hooligans angegriffen, die min. dem Umfeld der Gruppe Vulture Hannover 13 (VH 13) zugerechnet werden. Eine Person wird von den Angreifern zu Boden gebracht. Wie schon am Tag zuvor greifen sie die am Boden liegende Person an und treten ihr gegen den Kopf. Ein Passant greift ein und kann die Hooligans auf Distanz halten, bis sich der Angegriffene mit Schürfwunden und einer leichten Gehirnerschütterung in Sicherheit bringen kann.

Hakenkreuze in der Nordstadt gesprüht

In der Nacht auf den 20. August werden in der Nordstadt rund um die Haltestelle „Schneiderberg“ Hakenkreuze, eine Hakenkreuzflagge, SS Runen und rassistische Parolen wie „Ausländer Abschaum Raus“ gesprüht. Betroffen sind das Gebäude eines Kindergartens, die Fußgängerbrücke der Hauptmensa und ein Denkmal im Georgengarten.
Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung und Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Querfrontlerin stört Veranstaltung

Auf einer Veranstaltung in der Nordstadt zur Lage von AntifaschistInnen in der Ukraine gelingt es der Querfront-Aktivistin Jaroslawa Puschyk sich kurzzeitig als Übersetzerin zu betätigen. Pushyk kommt aus der Ukraine und bezeichnet sich selbst aber als „russische Kommunistin“. In der Vergangenheit trat sie u.a. bei einer Veranstaltung des Querfrontprojekts Compact von Jürgen Elsässer auf und nahm am Naziaufmarsch in Bad Nenndorf teil, wo sie auch einen Redebeitrag hielt.
Nach wenigen Augenblicken wird sie von BesucherInnen erkannt und durch die VeranstalterInnen von der Veranstaltung ausgeschlossen.

Platzverweis für Identitäre und Neonazis

Nach den Aktionen gegen die Veranstaltung der SalafistInnen in der Innenstadt, versammeln sich am Abend AnhängerInnen der Identitären Bewegung (IB) und bekannte Neonazis in Unipark. Sie grillen und provozieren weitere ParkbesucherInnen. AntifaschistInnen und Jugendliche aus dem Stadtteil machen ihnen deutlich, dass sie nicht erwünscht sind und bewegen sie zum Verlassen des Stadtteils.

Kundgebungen von Pro Deutschland in Hannover

Im Rahmen ihrer bundesweiten Wahlkampftour macht die rassistische Partei und selbsternannte „Bürgerbewegung“ Pro Deutschland auch in Hannover halt. Bei insgesamt fünf Kundgebungen (in der List, auf dem Kröpcke, dem Lindener Marktplatz, vor dem Faust Gelände und in der Kornstraße). Die sieben Mitglieder der Partei (darunter der Fahrer Dieter Mutke aus Laatzen) erreichen mit ihren Kundgebungen nur ca. fünf mutmaßliche Mitglieder der German Defence League Hannover um Siegfried Schmitz (am Kröpcke und in der Nordstadt). Alle weiteren Menschen, die sich bei den Kundgebungen einfinden beteiligen sich an Gegenprotesten.

Hintergrund:
Pro Deutschland ist das Ebenbild der extrem rechten Partei Pro NRW auf Bundesebene. Obwohl formell unabhängig voneinander, weisen beide Gruppierungen deutliche personelle Schnittstellen auf und unterscheiden sich inhaltlich nur marginal voneinander. Hauptfeind beider Parteien ist eine multikulturelle Gesellschaft, insbesondere Muslime und Roma. Im Kampf für ihr “Abendland” ist ihnen jede widerwärtige Diffamierung, Provokation und Hetze recht. Wie auch bei Pro NRW waren einige FunktionärInnen von Pro Deutschland bereits Mitglieder von Parteien und Gruppen der extremen Rechten. So z.B. der Parteivorsitzende Manfred Rouhs (Schatzmeister von Pro Köln als auch ehemaliger Kandidat von DLVH und NPD) und der Bundesgeschäftsführer Lars Seidensticker (ehemaliges Mitglied der DVU).

Drohparolen am UJZ Korn

In der Nacht auf den 26. August werden Drohparolen an die Fassade des UJZ Korn in der Nordstadt gesprüht. Unterschrieben sind diese Parolen mit dem Kürzel „WWT Hannover“, was für Weisse Wölfe Terrorcrew Sektion Hannover steht.

Razzien nach Verbot von Besseres Hannover

Die Gruppe Besseres Hannover wird durch den niedersächsischen Innenminister verboten. In diesem Zusammenhang werden 27 Hausdurchsuchungen in Niedersachsen durchgeführt: 21 in der Region Hannover, sechs weitere u.a. in Hildesheim, Hohenhameln, Verden und Schaumburg. Bei der Durchsuchung wird ein Spezialeinsatzkommando der Polizei eingesetzt, weil einer der Verdächtigen im Besitz einer scharfen Schusswaffe war.
Im Rahmen der Razzien wird die Verbotsverfügung den vier Führungspersonen der Gruppe zugestellt. Bei diesen handelt es sich um um den ehemaligen NPD Hannover Vorsitzenden Marc-Oliver Matuszewski (Claudiusstraße, Wülfel), Benjamin Krüger (Nordstadt, ehemals Celle), Denny Subke (Verden, ehemals Hannover) sowie eine Person aus Niedernwöhren (Landkreis Schaumburg).
Bei den Durchsuchungen werden neben Computern, Zubehör und Handys auch eine Handgranate, eine Machete sowie Hieb- und Stichwaffen, eine Hakenkreuzfahne und jede Menge Propagandamaterial, darunter auch NPD Material sichergestellt.
Insgesamt wird gegen 22 Neonazis wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung (§ 129 StGB) in diesem Zusammenhang ermittelt. Insgesamt rechnen die Behörden der Gruppe 40 Neonazis zu. 35 von ihnen sind auch außerhalb ihrer Aktivitäten für die Gruppe in die Naziszene eingebunden.
Die Ermittlungen bestätigen ebenfalls, dass es zwischen dem NSU Unterstützer Holger Gerlach und der Führungsriege der Gruppe Kontakt gegeben hat.

Das Verbot verbietet eine Weiterbetätigung der Gruppe einschließlich Auftritten des Abschiebären, die Verteilung der Publikationen Bock und Anschlag. Die Vermögen aus der Gruppenkasse wird beschlagnahmt und auch die Fortführung durch Ersatzvereine ist verboten.

Partei der Vernunft tritt mit Kandidaten in Hannover an

Marcus Riehl kandidiert für die PdV, die der verschwörungstheoretischen Truther Szene nahe steht, bei der Wahl zur Regionsversammlung in den Stadtbezirken Nordstadt, Herrenhausen, Davenstedt, Badenstedt, Bornum, Mühlenberg, Wettbergen und Ahlem. Insgesamt holt die Partei 191 Stimmen und somit 0,0 % in der gesamten Region.

Burschenschafter treffen sich in Hannover

Im Haus der Burschenschaft Ghibellinia-Leipzig (Rühlmannstraße) treffen sich rund 100 Mitglieder der Deutschen Burschenschaft (DB) zu einem verbandsinternen Treffen.

Die DB stand im Sommer des Jahres in der öffentlichen Kritik, da sie von Mitgliedern eine Art „Ariernachweis“ verlangt: Ob ein Mitglied „deutsch“ sei oder nicht, solle nicht mehr durch Staatsbürgerschaft, sondern durch Abstammung festgelegt werden. Aufgrund der kritischen Berichterstattung kam es zu internen Streitigkeiten, wie mit damit umzugehen sei. Das Treffen in Hannover ist als erzwungene Krisensitzung der DB zu werten, um Lösungen auf diese Frage zu finden.

Gegen das Treffen versammelten sich 120 Menschen vor dem Haus, um gegen Burschenschaften und Rassismus zu demonstrieren. Die Polizei versuchte bereits im Vorfeld durch faktisch unerfüllbare Auflagen einen planmäßigen Ablauf der Kundgebung zu verhindern und provozierte am Abend Teilnehmende der Veranstaltung.