Tag-Archiv für 'identitäre-bewegung'

Stimmungsmache gegen FlüchtlingshelferInnen

In Hannover machen extrem rechte Gruppen Ende August gegen die Unterbringung und die Unterstützung von Geflüchteten mobil:

  • In Waldhausen wurden Hunderte rassistische Flugblätter der Partei Die Rechte verteilt.
  • In der Südstadt verklebte die Identitäre Bewegung Hannover Propagandaplakate. Nicht zum ersten Mal wie der Stadtteilbürgermeister bestätigt.
  • Eine Unterstützerin von Geflüchteten erhielt mehrere rassistische und sexistische Drohbriefe.
  • Ein weiterer Unterstützer, dessen Engagement in der Zeitung vorgestellt wurde, wurde im Internet dafür angegegangen und wird als „Negerfreund“ bezeichnet.

Identitärer beim AfD Parteitag in Bremen

Felix Kielstein, aktiv bei der Identitären Bewegung in Hannover und Kassenwart der AfD Hildesheim nimmt am Parteitag der AfD in Bremen teil.

Identitäre bei AfD Stammtisch in Hildesheim

Zwei Tage nach dem gescheiterten Aufmarschversuch von HAGIDA findet der Stammtisch der AfD Hildesheim statt. Hier trifft Paul Armin Hampel, der als Gast geladene Landesvorsitzende der Partei, auf Kassenwart Felix Kielstein. Kielstein ist neben der AfD auch bei der Identitären Bewegung in Hannover aktiv. Teilnehmer am Stammtisch sind weiterhin HAGIDA-Anmelder Olaf Schulz, der ebenfalls bei den Identitären aktiv ist und Andreas Tute, der aktiv an den Wahlkampfauftritten von Pro Deutschland in Hannover teilnahm.
Die AfD-Kreisvorsitzende Alexandra Kriesinger schreibt über den Abend: „Die Vorkommnisse der letzten Tage wurden durchaus kontrovers diskutiert, ūbrig blieb aber der gemeinsame positive Blick in die Zukunft der AfD.“

HAGIDA Aufmarsch gestoppt

In Hannover will der lokale Ableger der Patriotischen Europäer gegen die Islaminisierung des Abendlands (PEGIDA) marschieren. Unter dem Namen HAGIDA haben sich ca. 150 Menschen auf dem Steintor versammelt, darunter viele Bekannte aus rechten und extrem rechten Gruppen. Mit dabei sind u.a.: Christina Krieger und Patrick Illmer (NPD Hannover), Maximillian Elbin (Identitäre Hannover) sowie Siegfried Schmitz (Partei Die Freiheit, Die Hannoveraner, German Defense League) und der angetrunkene Kevin Schuhmann (ebenfalls Die Hannoveraner, German Defense League), der versucht GegendemonstrantInnen zu provozieren indem er ein Transparent bekritzelt. Auch Kurt Fischer (CDU-Ratsherr) ist anwesend. Er hatte mit seiner angekündigten Teilnahme für Furore gesorgt: „Ich bin nur hier, weil ich mich informieren will. Es ist die erste Demonstration meines Lebens. Ich bin nur hier, weil alle dagegen sind.“
Die HAGIDA AnhängerInnen zeigen Schilder von Pro Deutschland und selbstgestaltete mit Parolen wie „GEZ abschaffen!“ und „IHK abschaffen!“. Anmelder ist Olaf Schulz, der als Anhänger der Identitären Bewegung gilt und Verbindungen zur AfD hat.
Der geplante Marsch zum Opernplatz muss schließlich ausfallen, da 2.500 GegendemonstrantInnen den Marsch blockieren. Weitere 19.000 nehmen an einer Kundgebung gegen Rechts auf dem Georgsplatz teil. Die Rede von Friedemann Grabs aus Garbsen (früher: Partei Bibeltreuer Christen, heute: Abgeordneter der Regionsversammlung für Die Hannoveraner) geht in einer Mischung aus Pfeifkonzert und antirassistischen Parolen unter. Anette Schultner aus Hameln, die stellvertretende Landesvorsitzende der AfD, hatte ihren angekündigten Redebeitrag im Vorfeld abgesagt.
Die anwesenden 60 Neonazis (überwiegend frühere Mitglieder und SympathisantInnen der Gruppe Besseres Hannover, auch aus Schaumburg und Celle) und rechten Hooligans aus der 96 Fanszene) sind teils angetrunken und teils vermummt. Aus ihren Reihen werden Glasflaschen auf Polizei und JournalistInnen geworfen und der Hitlergruß gezeigt. Auch der als Wortführer agierende Ronny Damerow (früher Gruppe Besseres Hannover) geht mit einem Regenschirm auf einen Fotografen los. Zwei Neonazis gelingt es durch die Polizeiketten zu gelangen und direkt PressevertreterInnen anzugreifen und deren Ausrüstung zu beschädigen. Die anschließende Festnahme wird von weiteren Neonazis erschwert. Die Polizei verwarnt JournalistInnen nicht „zu provozieren“.
Nach Abbruch der Versammlung eskortiert die Polizei Neonazis in den Hauptbahnhof und zu den Gleisen. Hier werden von ihnen MigrantInnen angepöbelt.
Insgesamt werden vier HAGIDA AnhängerInnen wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Sachbeschädigung, versuchte Gefangenenbefreiung und Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen festgenommen.

Rechte Kundgebung gegen SalafistInnen

Anlässlich eines Auftritts von SalafistInnen auf dem Kröpcke, veranstalten Die Hannoveraner eine Gegenkundgebung mit Infotisch auf dem Opernplatz. Neben dem mehrmaligen Absingen des Niedersachsenliedes, erinnert Anmelder und Redner Jens Böning (Die Hannoveraner) die ca. 50 Anwesenden: „Verfassungsfeinde werden hier nicht geduldet“. Dennoch tummeln sich im Bereich zwischen Opernplatz und Kröpcke Angehörige verschiedener Gruppen rechtspopulistischer und extrem rechter Gruppen: AnhängerInnen (ca. zehn Männer, eine Frau) der Identitären Bewegung (IB) sind mit ihren Fahnen (gelb mit dem Lamda Symbol) genauso vor Ort, wie 15 Hooligans und AnhängerInnen der German Defense League (GDL). Auch Mitglieder der Jungen Alternative Niedersachsen schließen sich dem Protest an. Sie hatten sich zuvor in der Taverne Olympus am Lister Turm getroffen. Den Rechten gelingt es sich unter eine Gruppe von moderaten MuslimInnen zu mischen, die gegen die SalafistInnen protestieren. Es kommt zum Provokationen zwischen den christlichen und islamischen FundamentalistInnen.
Eine Organisatorin des muslimischen Gegenprotests distanziert sich über Lautsprecher von den RechtspopulistInnen und ein Teilnehmer sagt: „die Rechten haben die Demonstration missbraucht, um sich harmloser zu präsentieren, als sie sind.“

Platzverweis für Identitäre und Neonazis

Nach den Aktionen gegen die Veranstaltung der SalafistInnen in der Innenstadt, versammeln sich am Abend AnhängerInnen der Identitären Bewegung (IB) und bekannte Neonazis in Unipark. Sie grillen und provozieren weitere ParkbesucherInnen. AntifaschistInnen und Jugendliche aus dem Stadtteil machen ihnen deutlich, dass sie nicht erwünscht sind und bewegen sie zum Verlassen des Stadtteils.

Rechte und rechte Parolen bei Freiwild Konzert

Die Grauzoneband FreiWild hat einen Auftritt in der AWD Hall. Die auf deutsch singende Band aus Norditalien ist eine aktuelle Kopie der Böhsen Onkelz: Gleicher Musikstil und die „Wir Aussenseiter gegen alle anderen“-Attitüde. Dazu kommt eine Beteuerung des vermeintlich unpolitischen inklusive einer Abgrezung gegen „Extremismus“. Bandsänger Burger tut seine Mitgliedschaft in der Freiheitlichen Jugend als auch in der aufgelösten Rechtsrockband Kaiserjäger als Jugendsünde ab. Trotzdem sind die Texte der Band klar nationalistisch, völkisch und chauvinistisch. FreiWild bieten deutliche Anschlussmöglichkeiten für faschistische Ideologie und Nazis.
Vor der Halle versuchen Fans der Band mit angedeuteten Hitlergrüßen und Parolen wie „Südtirol bleibt deutsch“ und „Scheiss Zecken“ die ca. 75 Menschen zu provozieren und teilweise anzugehen, die gegen das Konzert demonstrieren. Neben den Beschimpfungen und Provokationen der Fans, posieren ca. zehn Personen der Gruppe Identitärer Großraum Hannover, dem lokalen Ableger der Identitären Bewegung, mit Fahne und Flugblättern am Rande der Kundgebung. Zwischen nationalistisch pöbelnden Fans und rassistischen Identitären können sich auch ca. fünf AnhängerInnen der German Defence League (GDL) sicher fühlen.