Tag-Archiv für 'hochschule'

Hochschulzeitung interviewt Rechtsrocker

Im Saitensprung, der „Zeitschrift des Studienganges Medien und Musik“ herausgegeben von der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover erscheint Anfang Juni ein Interview mit dem Sänger der Rechtsrockband Stahlgewitter. Auch wenn die Redaktion im Anreisser zu dem Interview schreibt, die politischen Positionen ihres Interviewpartners grundsätzlich abzulehnen, hindert es sie nicht daran dem Nazi zweieinhalb Seiten Platz zu bieten, um sich über „Volksgemeinschaft“, die Streichung des Asylparagraphen, „perfiden Schuldkult“ und „Gewalt von links“ auszulassen.

Bock auf Autos verteilt

Die dritte Ausgabe des Bocks wird auf dem Universitätsgelände in der Nordstadt unter die Scheibenwischer parkender Autos gesteckt.

Verschwörungstheoretiker an der Uni

Der stadtbekannte Neonazi und Verschwörungstheoretiker Dirk Heuer besucht eine Veranstaltung der grünen Hochschulgruppe Campus Grün. In der nachfolgenden Diskussion zielt er mit Fragen darauf ab, den Holocaust in Frage zu stellen. Daraufhin wird er des Raumes verwiesen. Er weigert sich und die VeranstalterInnen rufen die Polizei. Während auf die Polizei gewartet wird, schlägt Heuer einer Frau. Als die Polizei kommt wird gegen ihn Anzeige erstattet.

RCDS-Veranstaltung mit Geschichtsrevisionisten

Der CDU-nahe Ring christlich-demokratischer Studenten (RCDS) Hannover – maßgeblich deren Funktionäre Matthias Wehrung, Marvin Mahlert und Adrian Morthorst (ebenfalls Mitglied der Akademischen Verbindung Frisia) – organisiert an der Uni einen Vortrag mit dem Publizisten Franz Uhle-Wettler, der geschichtsrevisionistische Beiträge für einschlägige rechtsextreme Zeitschriften (z. B. Deutsche Stimme, Ostpreußenblatt, Junge Freiheit) und Verlage (z. B. Arndt Verlag, Deutsche Stimme Verlag, Verlagsgemeinschaft Berg) schreibt und in Vorträgen den deutschen Angriff auf die Sowjetunion wiederholt als „Präventivschlag“ bezeichnete und auch sonst um den Mythos der „sauberen Wehrmacht“ bemüht ist. Aufgrund einer Blockade des Raums durch 50 AntifaschistInnen kann der Vortrag nicht an der Uni stattfinden und wird daraufhin ins Haus des Corps Slesvico-Holsatia in der Wilhelm-Busch-Straße verlegt. Hier tut sich dessen Mitglied Marco Schinze-Gerber besonders hervor. An der Veranstaltung nahmen u.a. Mitglieder der Burschenschaft Germania teil, so etwa Sebastian Bajumi. Im selben Monat wird Adrian Morthorst, der 2006 noch auf der Liste Leibniz kandidierte, mit 25 Stimmen für den RCDS in den Studentischen Rat gewählt.

Historiker tritt bei Burschenschaft auf

Die rechte Burschenschaft Germania führt eine Vortragsveranstaltung mit dem Historiker Hans-Georg Aschoff aus Hannover durch, der trotz deutlicher Kritik im Vorfeld vor der Verbindung spricht.

Landtagspräsident spricht bei Festkommers

Anlässlich des 175. Jubiläums der Universität Hannover feiern hannoversche Verbindungen einen „Festkommers“ im HCC, an dem etwa 500 Korporierte und Gäste teilnehmen. Während Landtagspräsident Jürgen Gansäuer (CDU) auf dem Podium von der demokratischen Tradition des Verbindungswesens spricht, wird ein Journalist der tageszeitung (taz) trotz Akkreditierung von den Veranstaltern für „unerwünscht“ erklärt und von der Veranstaltung ausgeschlossen. Zuvor hatten in Hannover zwischen 600 und 700 Menschen gegen den Festkommers demonstriert.

Bereits im Vorfeld war die Absicht Gansäuers im Niedersächsischen Landtag auf Kritik gestoßen. Stefan Wenzel, Fraktionsvorsitzender der Grünen, forderte Gansäuer zum Verzicht auf die Rede auf und problematisierte die fehlende Distanz einiger Verbindungen gegenüber dem Rechtsextremismus.

Hetze mit Nazivokabular

Als Reaktion auf die zunehmende Kritik am bevorstehenden Festkommers verteilen Verbindungsstudenten im April an der Uni Flugblätter, auf denen KritikerInnen der Veranstaltung als „Antifanten“ verhöhnt werden – einer in der Naziszene üblichen Bezeichnung für politische GegnerInnen.

Liste Leibniz diffamiert AStA

Anlässlich der Uni-Wahlen veröffentlicht die aus Verbindungsmitgliedern rekrutierte Liste Leibniz im Januar 2006 eine mit rassistischen Stereotypen durchsetzte Karikatur, die den Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) verunglimpfen soll. Daraufhin fordert der Studentische Rat (StuRa) den Vertreter der Liste Leibniz – den damals auch bei den Republikaner aktiven Björn Tute – mit überwältigender Mehrheit zum Rücktritt auf.

Liste Leibniz bei Uni-Wahlen

Bei den Uni-Wahlen kann die Liste Leibniz, deren Spitzenkandidaten auch in diesem Jahr wieder zum größten Teil von der Burschenschaft Germania gestellt werden, ihre Stimmenzahl nahezu verdoppeln. Am Ende reicht es im Studentischen Rat (StuRa) dennoch nur für einen Sitz, der von Tom Krause (Burschenschaft Germania) eingenommen wird.

Verein Deutsche Sprache an der Uni

Wieder einmal in den Räumen der Uni darf sich ein obskurer Verein treffen. Der Verein zur Wahrung der deutschen Sprache, der sich jetzt in Verein Deutsche Sprache (VDS) umbenannt hat, führt einen rührigen Kampf gegen „Sprachpanscherei“. Er sieht das christliche Abendland durch die Benutzung englischer Ausdrücke bedroht. Der Vereinsvorsitzende Walter Krämer aus Steinhude sieht das kulturelle Erbe der Deutschen durch das „pseudokosmopolitische Imponiergefasel der Halbgebildeten“ ernsthaft in Gefahr gebracht. Krämer trägt in seiner Freizeit übrigens gerne T-Hemden und blaugefärbte Baumwollhosen.

Menschen, die sich den mit den Zielen des Vereins nicht so ganz anfreunden können, wird in der letzten Ausgabe der Vereinszeitung Sprach-Nachrichten deutlich gemacht, dass diese an einem „…völlig gestörte(n) Verhältnis zur eigenen Nation, Kultur, Literatur und Sprache…“ leiden. Verständlich, dass sich Besucher wie beispielsweise Michael Will bei dieser Veranstaltung wohl fühlten.