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Frei.Wild Fan greift grünen Bundestagsabgeordneten an

Am frühen Nachmittag wird ein Bundestagsabgeordneter der Grünen am Küchengarten von einem Fan der umstrittenen Band Frei.Wild angegriffen. Der Angreifer hatte erst gefragt, ob er, „der S. von den Grünen” sei, der bei der Demo im November gegen Frei.Wild Konzert im Capitol gesprochen habe. Als dies bejaht wurde, schubste der Angreifer ihn mehrmals und beschimpfte ihn in aggressiver Weisen wiederholt als „Vaterlandsverräter“, „antinationalistischen Wichser“ und droht „Ich mache dich fertig, wenn du noch mal so etwas machst“. Der Angegriffene schätzt den Angreifer als „klar Fan von Frei.Wild und aus der rechten Szene“ ein.
Der Politiker erstattete Anzeige bei der Polizei und betont: „Was mir widerfahren ist, passiert leider vielen Menschen tagtäglich, die sich gegen Rechts engagieren. Rechte Gewalt ist auch ein Problem in der Region Hannover. Aber ich werde mich nicht einschüchtern lassen und weiter gegen völkische Ideologie und Nationalismus aktiv sein!“

Rechte und rechte Parolen bei Freiwild Konzert

Die Grauzoneband FreiWild hat einen Auftritt in der AWD Hall. Die auf deutsch singende Band aus Norditalien ist eine aktuelle Kopie der Böhsen Onkelz: Gleicher Musikstil und die „Wir Aussenseiter gegen alle anderen“-Attitüde. Dazu kommt eine Beteuerung des vermeintlich unpolitischen inklusive einer Abgrezung gegen „Extremismus“. Bandsänger Burger tut seine Mitgliedschaft in der Freiheitlichen Jugend als auch in der aufgelösten Rechtsrockband Kaiserjäger als Jugendsünde ab. Trotzdem sind die Texte der Band klar nationalistisch, völkisch und chauvinistisch. FreiWild bieten deutliche Anschlussmöglichkeiten für faschistische Ideologie und Nazis.
Vor der Halle versuchen Fans der Band mit angedeuteten Hitlergrüßen und Parolen wie „Südtirol bleibt deutsch“ und „Scheiss Zecken“ die ca. 75 Menschen zu provozieren und teilweise anzugehen, die gegen das Konzert demonstrieren. Neben den Beschimpfungen und Provokationen der Fans, posieren ca. zehn Personen der Gruppe Identitärer Großraum Hannover, dem lokalen Ableger der Identitären Bewegung, mit Fahne und Flugblättern am Rande der Kundgebung. Zwischen nationalistisch pöbelnden Fans und rassistischen Identitären können sich auch ca. fünf AnhängerInnen der German Defence League (GDL) sicher fühlen.

Grauzoneband spielt in Lindener Kneipe

Zusammen mit der Rude Scorcher Crew präsentiert die Lindener Kneipe Havana ein Konzert der Grauzoneband Secret Army aus Barcelona in ihren Räumen. Die Band wird über das, in diesem Bereich bekannte, Label Contra Records vertrieben. Ende 2010/Anfang 2011 steuerten sie ein Lied zu einem Sampler auf dem auch rechte Bands vertreten waren. Zudem sind auch mehrere Auftritte der Band zusammen mit anderen Grauzonebands bei einschlägigen Konzerten bzw. Festivals bekannt. Die Party nach dem Konzert wird unter anderem von DJ Skahead69 gestaltet, der bereits für das Gumbles-Konzert im Béi Chéz Heinz als Veranstalter auftrat.

Grauzoneband im Bei Chez Heinz

Zusammen mit der Band Cracks & Scars aus Hannover spielt die Oi Band Gumbles aus Schwerin im Béi Chéz Heinz. Bei Gumbles handelt es sich um eine exemplarisches Beispiel für die Grauzonenentwicklung innerhalb der Skinheadszene. Hierbei sind sich unpolitisch verstehende Musikgruppen, Labels oder VeranstalterInnen gemeint, die trotz Lippenbekenntnisse „gegen Nazis“ keine Berührungsängste vor AktivistInnen der extremen Rechten haben. Während sich oberflächlich von „Nazis“ und „Rassismus“ distanziert wird, feiert man in der Grauzone gemeinsam mit Nazibands und rechten Skinheads. Eine klare Abgrenzung wird lediglich nach links unter dem Label des „Unpolitischen“ vollzogen.

Dies dokumentieren auch die Gumbles in Liedern wie „Idioten“ oder „Faschisten“. Bei letztgenannten heisst es im Text: „Faschisten von rechts, Faschisten von links / Nach brauner und roter Scheiße stinkts / Bist du nicht wie sie dann bekämpfen sie dich / Doch gewonnen habt ihr noch lange nicht!“ und „Oi! Oi! Oi! ist unpolitisch“.

Grauzonenkonzert im Musikzentrum

Im Musikzentrum Hannover spielen die Bands Krawallbrüder zusammen mit Riot Company und Martens Army. Bei allen handelt es sich um sog. Grauzonenbands. Die Grauzone schliesst Nazibands, aber auch sich unpolitisch verstehende Musikgruppen, Labels oder VeranstalterInnen mit ein, die keine Berührungsängste vor AktivistInnen der extremen Rechten haben:

Die Band Krawallbrüder und ihr Versand/Label sind in diesem Bereich eine wichtige Größe. Sie hat kein Problem auf Grauzonenfestivals aufzutreten und ihr Album „Das 11te Gebot“ erhält beste Kritiken im wichtigsten deutschsprachigen Naziforum. Über ihr Label werden rechtsoffene und solche Bands veröffentlicht, die kein Probleme haben in eindeutigen Rechtsrock-Veranstaltungsorten aufzutreten. Der Bandsänger und Labelchef arbeitet mit Nazilabels und -versänden zusammen und ist Gast bei Rechtsrockkonzerten und war Stammgast der ehemaligen belgischen Blood & Honour-Kneipe De Kastelein.

Riot Company aus Hildesheim standen ebenfalls mit namhaften Bands der Grauzone auf der Bühne. Aber auch mit Bands, die einen klaren Nazihintergrund oder bei denen u.a. Kontakte zum Naziskinheadnetzwerk Blood & Honour bestehen, werden Konzerte gegeben. Ein ehemaliges Bandmitglied spielt zudem bei Kill Baby Kill, einer der zur Zeit bekanntesten White Power-Bands Europas.

Auch die letzte Band des Abends Martens Army hat Kontakte zur Grauzone und in den Bereich des Rechtsrocks. Sie entstand um den Sänger der Grauzonenband Gerbenok (und Krawallbrüder-Aushilfsschlagzeuger). Sie spielt ebenfalls Konzerte mit anderen Grauzonebands und eindeutigen Nazibands.

Böhse Onkelz Coverband spielt im Bad

Die Böhse Onkelz-Coverband Los Tioz tritt bei einem Konzert im Musiktheater Bad auf. Diese Band ist in der Vergangenheit vor allem durch ihre rechtsorientierte Fanszene aufgefallen. So fanden Ende 2006 bei einem Konzert der Band regelrechte Hetzjagden auf alternative Jugendliche statt. In einer Stellungnahme der Band zu den, auf diesen Vorfall folgenden, Presseberichten gab es weder eine Distanzierung von solchem Verhalten, noch eine Entschuldigung.
Auch das neue Mitglied der Band Benjamin T., genannt „Locke“, ist im Zusammenhang mit rechten Umtrieben bekannt. T. war Bassist der Band Copestone, deren Konzert im März 2009 wegen Nähe zur Naziszene abgesagt wurde.
Dies alles ist für die BetreiberInnen des Bads kein Hindernis das Konzert mit Los Tioz stattfinden zu lassen. Eine hastig auf die Homepage gestellte Grafik gegen Nazis, wird keine abschreckende Wirkung gehabt haben.

Grauzoneband spielt im Musikzentrum

Die Band Freiwild tritt im Musikzentrum Hannover auf. Die Band sieht sich als unpolitisch und distanziert sich offiziell von Annäherungen zur rechten Szene, doch sprechen ihre Liedtexte eine andere Sprache. So hat etwa das Lied „Südtirol“ eine nationalistisch-revisionistische Aussage.
Bereits im Vorfeld hatten sich einschlägig bekannte Nazis aus der Region Hannover zum Besuch der Veranstaltung verabredet.

Erneut Böhse Onkelz Party in Steinhude

In der Kneipe Uncle Sam’s in Wunstorf-Steihude findet erneut eine „Böhse-Onkelz-Party“ statt. Bei den bereits stattgefundenen Veranstaltungen dieser Art (zuletzt am 07. Februar 2009) fielen nicht wenige BesucherInnen auf, die klar dem extrem rechten Spektrum zuzuordnen sind. Das ist auch der Polizei bekannt: „Wir wissen, dass dort Personen verkehren, die der rechten Szene zuzuordnen sind“ wird eine Polizeisprecherin in der HAZ zitiert.
Beworben wurde die Party im Internet von einem Mann, der sich mit einem T-Shirt zeigt, das die Aufschrift „Nur dein Tod schützt meine Kinder!“ trägt. Der Slogan kann als eine Anlehnung an die Nazi-Kampagne unter der Losung „Todesstrafe für Kinderschänder“ verstanden werden. Dieser Mann ist ebenfalls auf einem Partybild in den Räumlichkeiten des Uncle Sam‘́s in einem Shirt der Naziband Landser zu sehen.

2. Böhse Onkelz Party in Steinhude

In der Kneipe Uncle Sam’s in Wunstorf-Steinhude findet die „2. Böhse-Onkelz-Party“ statt. Nicht selten kommt es im Zuge von so genannten „Onkelz-Parties“ zu Pöbeleien oder Übergriffen von Böhse Onkelz-Fans und Nazis auf diejenigen, die kritisch über die Band denken. So z.B. am 15. Dezember 2006 als in Hannover Jugendliche von ca. 40 KonzertbesucherInnen einer Onkelz-Party gehetzt wurden.

Rechtes Konzert in Kiel mit Beteiligung aus Hannover

Ein geplantes Rechtsrockkonzert mit V-Punk und Terroritorium aus Hannover in Kiel wird durch antifaschistische Proteste verhindert.