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Hooliganangriff in Garbsen

Im Anschluss an das Regionalligaspiel TSV HavelseSC Goslar 08 in Garbsen-Havelse werden die antirassistischen Fans aus Goslar von 20 Neonazis angegriffen, die dem Nazihooligannetzwerk Gemeinsam Stark Deutschland (GSD) zugerechnet werden können.
Nach Ende der Partie kommt es zu einer verbalen Auseinandersetzung auf dem Weg zur U-Bahn zwischen den abreisenden Fans aus Goslar und drei TSV-Anhängern. Die Angegriffenen sind sich sicher, dass diese dann die AngreiferInnen informierten, da der Angriff während eines Zwischenstopps der Bahn erfolgte. Die AngreiferInnen warten an der Haltestelle Pascalstraße auf die einfahrende Bahn, stürmen den Waggon und ziehen die Notbremse. Es gelingt die Neonazis aus dem Zug zu drängen. Von außen werfen sie Flaschen und Feuerwerkskörper in den Wagen. Dann flüchten sie.

Die Fans des TSV Havelse sind in der Vergangenheit häufiger durch sexistische und homophobe Pöbeleien sowie das Zeigen des Hitlergruss aufgefallen. So wurden die Spiele regelmäßig von einem größeren Polizeiaufgebot begleitet.

Das bundesweite Netzwerk Gemeinsam Stark Deutschland spaltete sich im Januar 2015 offiziell von den Hooligans gegen Salafisten (HoGeSa) ab. In Hannover organisiert sich die Gruppe um den stadtbekannten Neonazi Ronny Damerow und ist bei den Auftritten des Bürgerprotest präsent und unterstützt deren Veranstaltungen.

HAGIDA Aufmarsch gestoppt

In Hannover will der lokale Ableger der Patriotischen Europäer gegen die Islaminisierung des Abendlands (PEGIDA) marschieren. Unter dem Namen HAGIDA haben sich ca. 150 Menschen auf dem Steintor versammelt, darunter viele Bekannte aus rechten und extrem rechten Gruppen. Mit dabei sind u.a.: Christina Krieger und Patrick Illmer (NPD Hannover), Maximilian Elbin (Identitäre Hannover) sowie Siegfried Schmitz (Partei Die Freiheit, Die Hannoveraner, German Defense League) und der angetrunkene Kevin Schuhmann (ebenfalls Die Hannoveraner, German Defense League), der versucht GegendemonstrantInnen zu provozieren indem er ein Transparent bekritzelt. Auch Kurt Fischer (CDU-Ratsherr) ist anwesend. Er hatte mit seiner angekündigten Teilnahme für Furore gesorgt: „Ich bin nur hier, weil ich mich informieren will. Es ist die erste Demonstration meines Lebens. Ich bin nur hier, weil alle dagegen sind.“
Die HAGIDA AnhängerInnen zeigen Schilder von Pro Deutschland und selbstgestaltete mit Parolen wie „GEZ abschaffen!“ und „IHK abschaffen!“. Anmelder ist Olaf Schulz, der als Anhänger der Identitären Bewegung gilt und Verbindungen zur AfD hat.
Der geplante Marsch zum Opernplatz muss schließlich ausfallen, da 2.500 GegendemonstrantInnen den Marsch blockieren. Weitere 19.000 nehmen an einer Kundgebung gegen Rechts auf dem Georgsplatz teil. Die Rede von Friedemann Grabs aus Garbsen (früher: Partei Bibeltreuer Christen, heute: Abgeordneter der Regionsversammlung für Die Hannoveraner) geht in einer Mischung aus Pfeifkonzert und antirassistischen Parolen unter. Anette Schultner aus Hameln, die stellvertretende Landesvorsitzende der AfD, hatte ihren angekündigten Redebeitrag im Vorfeld abgesagt.
Die anwesenden 60 Neonazis (überwiegend frühere Mitglieder und SympathisantInnen der Gruppe Besseres Hannover, auch aus Schaumburg und Celle) und rechten Hooligans aus der 96 Fanszene) sind teils angetrunken und teils vermummt. Aus ihren Reihen werden Glasflaschen auf Polizei und JournalistInnen geworfen und der Hitlergruß gezeigt. Auch der als Wortführer agierende Ronny Damerow (früher Gruppe Besseres Hannover) geht mit einem Regenschirm auf einen Fotografen los. Zwei Neonazis gelingt es durch die Polizeiketten zu gelangen und direkt PressevertreterInnen anzugreifen und deren Ausrüstung zu beschädigen. Die anschließende Festnahme wird von weiteren Neonazis erschwert. Die Polizei verwarnt JournalistInnen nicht „zu provozieren“.
Nach Abbruch der Versammlung eskortiert die Polizei Neonazis in den Hauptbahnhof und zu den Gleisen. Hier werden von ihnen MigrantInnen angepöbelt.
Insgesamt werden vier HAGIDA AnhängerInnen wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Sachbeschädigung, versuchte Gefangenenbefreiung und Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen festgenommen.

Rassistische Parolen aus Lübeck bei Fussballspiel

Beim Fussballspiel Hannover 96 II gegen VfB Lübeck skandieren die Gästefans rassistische Parolen und Sprechchöre wie „Ausländer raus“, „Zick, Zack, Zigeunerpack“ und „Juden Hannover“. Die Ultras von Hannover 96 versuchen daraufhin in den Gästeblock zu gelangen. OrdnerInnen und Polizei greifen erst jetzt ein. Von der Polizei wird Pfefferspray eingesetzt.
Bereits im Januar 2012 skandierten rund 100 Lübeck-Fans bei einem Hallenturnier des FC St. Pauli ähnliche Parolen.

Hooligans greifen in der Nordstadt an

Am Abend wird in der Nordstadt eine Gruppe Linker von Hooligans angegriffen, die min. dem Umfeld der Gruppe Vulture Hannover 13 (VH 13) zugerechnet werden. Eine Person wird von den Angreifern zu Boden gebracht. Wie schon am Tag zuvor greifen sie die am Boden liegende Person an und treten ihr gegen den Kopf. Ein Passant greift ein und kann die Hooligans auf Distanz halten, bis sich der Angegriffene mit Schürfwunden und einer leichten Gehirnerschütterung in Sicherheit bringen kann.

Hooliganangriff in der Oststadt

Auf der Lister Meile (Oststadt) greifen am Abend ca. 15 Hooligans der Gruppe Vulture Hannover 13 (VH 13) Linke an, die auf dem Weg zum Flüchtlingscamp auf dem Weißekreuzplatz sind. Während der ersten Auseinandersetzung wird eine junge Frau angegriffen. Dabei schlagen die Angreifer mit einem Werbeschild auf den Kopf der am Boden Liegenden ein. Sie kann schließlich mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden.
Im Anschluss entwickelt sich eine Auseinandersetzung, die sich über Stunden hinzieht. Die Hooligans können u.a. mit Flaschenwürfen Linke angreifen. Diese befürchten einen Angriff der Hooligans auf das nahegelegene Camp der Flüchtlinge. Polizeieinheiten sind vor Ort und nehmen die Personalien der VH13-Hooligans auf, unternehmen jedoch keine weiteren Schritte. Zwischen 0 und 1 Uhr ziehen sich die Polizeieinheiten komplett aus dem Bereich um den Pavillon zurück. Erst engagierte GewerkschafterInnen können erreichen, dass wieder mehr Polizei vor Ort ist. Schließlich werden mehrere Hooligans von der Polizei festgenommen. Die Polizei stellt im Nachhinein die Vorfälle als eine „Auseinandersetzungen rivalisierender Ultra Gruppierungen“ dar, muss aber eingestehen, dass „Ultras aus Braunschweig … nicht mehr angetroffen“ wurden.

Die Gruppe VH13 gilt innerhalb der Fanszene von Hannover 96 als rechtsoffen. Teilweise rekrutiert sich die Gruppe aus ehemaligen Mitgliedern der Nazihooligangruppe Royal Riot Hannover.

Rechte Parolen bei Fussballspiel

Beim Testspiel Hannover 96 gegen Lazio Rom werden aus einer Gruppe von 30 Menschen antisemitische („Scheiß Israel“, „Eine Bombe auf Israel“, „Jude“) bzw. faschistische („Duce“ ital. für „Führer“ und offizieller Titel Mussolinis) Lieder gesungen und Parolen gerufen. Bei der Gruppe handelt es sich um Anänger der Legion Germania, einem Zusammenschluss von Fans der Vereine Lokomotive Leipzig, BFC Dynamo Dresden und Lazio Rom. Diese sind in der Vergangenheit bereits durch extrem rechte Positionierungen in Erscheinung getreten. Die Polizei ermittelt gegen drei Männer wegen des Verdachts der Volksverhetzung.

Fussballfans mit Messer bedroht

Bei der Fête de la Musique taucht Siegfrid Schmitz gegen 22 Uhr zusammen mit einem Bekannten am Stand eines antirassistischen Fussballturniers auf. Hier beschimpft er die OrganisatorInnen wild und pöbelt lautstark herum. Nach mehreren Aufforderungen den Stand zu verlassen, versuchen die Fussballfans die beiden Männer abzudrängen. Es kommt zu einer Schlägerei bei der Schmitz Begleiter ein Messer zieht und die Fans bedroht. Auch OrdnerInnen der Musikveranstaltung können die Situation nicht beruhigen. Erst der Polizei gelingt es den Mann zu Boden zu bringen und zu entwaffnen.

Schmitz ist stellvertretendes Vorstandsmitglied der rechtspopulistischen Wählervereinigung Die Hannoveraner. Darüber hinaus betreut er den Internetauftritt der Partei Die Freiheit Niedersachsen und ist Sprecher der German Defence League (GDL) für die er bei rassistischen Demonstrationen bundesweit als Redner auftritt. Für Jens Böning, ehemaliger Republikaner und Vorsitzender der Hannoveraner, ist dies kein Problem: „Erst, wenn die Gruppierung vom Verfassungsschutz beobachtet wird, müsste ich noch einmal mit Schmitz reden“, erklärt Böning in der Presse.

Nazihooligans greifen Jugendliche an

Ca. 20 Nazihooligans (zwischen 17 und 35 Jahren) aus Kreisen des Nordsturm Brema (NSHB) und der Standarte Bremen greifen in Wunstorf die zumeist jugendlichen Gäste einer abendlichen Party im soziokulturellen Zentrum Wohnwelt mit Teleskopschlagstöcken, Schlagringen und Chako an. Die Angreifer sind durch Tätowierungen, eindeutige Kleidung und Aufdrucken als rechts zu identifizieren. Der Angriff wird von Seiten des Betreibervereins der Wohnwelt als „komplett koordiniert und auf ein bestimmtes Zeichen abgesprochen“ beschrieben, vorher hatten die Angreifer bereits einige Zeit am Bahnhof gewartet ohne den Anschlusszug zu besteigen. Unter „Wo ist die Antifa?“-Rufen zerstören die Hooligans Inventar, jagen Partygäste und treten auf eine am Boden liegende Person ein. Etwa zehn Personen werden leicht verletzt, zwei müssen ins Krankenhaus transportiert werden.
Während die Polizei die Angreifer aufhält und die Personalien überprüft wird beobachtet wie diese untereinander die Kleidung tauschen, um eine Identifizierung zu erschweren.

Hooligans greifen an – aus Versehen

Mehrere Mitglieder von Royal Riot Hannover und Personen, die dieser Gruppe zuzuordnen sind treiben sich nach dem Spiel Hannover 96 gegen Bayer 04 Leverkusen in der Nähe des Stadions herum. Sie verfolgen in kleinen Gruppen, Fans, bei denen sie eine Beteiligung an Auseinandersetzungen mit Maximilian Meyer vermuten. Am Schwarzen Bären überfallen sie eine fünf bis zehnköpfige Gruppe und greifen diese brutal an. Die Angreifenden sind mit Sturmmasken in schwarz-weiß-grün vermummt und fragen währenddessen nach Namen von Personen. Schließlich flüchten sie in einem heranfahrenden Auto.
Kurze Zeit später bekennt sich die Hooligan-Truppe zu dem Angriff, bedauern, dass sie die falsche Gruppe attackiert haben und kündigen an, „die richtigen Personen“ weiterhin zu suchen.

Einige Tage später nimmt Kai Bergemann zu dem Angriff in einer Mail Stellung und versucht den Konflikt als eine Streitigkeit zwischen verschiedenen Fanlagern darzustellen und herunterzuspielen: „Der Vorfall vom letzten Sonnabend war ein Fussballinterna und hatte nichts mit Politik zu tun“ und „Die formulierung ‚rechte Gewalttäter‘ ist hier allerdings mal wieder fehl am Platz.“

Das es Verstrickungen zwischen der Naziszene und Royal Riot Hannover gibt, bestätigt auch Bergemann: „Das EINE Person aus NS Kreisen bei uns mitboxt ist kein Geheimnis.“

Hooligan „befragt“ Fans bei Auswärtsfahrt

Kai Bergemann (ehemals Kopf der Autonomen Nationalisten Hannover, heute Möchtegern Naziaussteiger und Mitglied bei Royal Riot Hannover) versucht beim Auswärtsspiel von Hannover 96 in Freiburg eine Gruppe von Fans nach dem „Angriff auf Maxi“ zu befragen, die seiner Meinung nach dabei waren. Die Angesprochenen teilen ihm mit, dass es ohne eine vorangegangene Agitation von Maximilian, nie zu einer Auseinandersetzung gekommen wäre.