Tag-Archiv für 'dlvh'

Kundgebungen von Pro Deutschland in Hannover

Im Rahmen ihrer bundesweiten Wahlkampftour macht die rassistische Partei und selbsternannte „Bürgerbewegung“ Pro Deutschland auch in Hannover halt. Bei insgesamt fünf Kundgebungen (in der List, auf dem Kröpcke, dem Lindener Marktplatz, vor dem Faust Gelände und in der Kornstraße). Die sieben Mitglieder der Partei (darunter der Fahrer Dieter Mutke aus Laatzen) erreichen mit ihren Kundgebungen nur ca. fünf mutmaßliche Mitglieder der German Defence League Hannover um Siegfried Schmitz (am Kröpcke und in der Nordstadt). Alle weiteren Menschen, die sich bei den Kundgebungen einfinden beteiligen sich an Gegenprotesten.

Hintergrund:
Pro Deutschland ist das Ebenbild der extrem rechten Partei Pro NRW auf Bundesebene. Obwohl formell unabhängig voneinander, weisen beide Gruppierungen deutliche personelle Schnittstellen auf und unterscheiden sich inhaltlich nur marginal voneinander. Hauptfeind beider Parteien ist eine multikulturelle Gesellschaft, insbesondere Muslime und Roma. Im Kampf für ihr “Abendland” ist ihnen jede widerwärtige Diffamierung, Provokation und Hetze recht. Wie auch bei Pro NRW waren einige FunktionärInnen von Pro Deutschland bereits Mitglieder von Parteien und Gruppen der extremen Rechten. So z.B. der Parteivorsitzende Manfred Rouhs (Schatzmeister von Pro Köln als auch ehemaliger Kandidat von DLVH und NPD) und der Bundesgeschäftsführer Lars Seidensticker (ehemaliges Mitglied der DVU).

NPD-Versammlung in Empelde

In einer Empelder Gaststätte treffen sich ca. 20 NPD Mitglieder zur Jahreshauptversammlung der Partei. Erst nachdem das Treffen von AntifaschistInnen militant beendet wird, beginnt eine kritische Berichterstattung: Laut HAZ und NP war die Gaststätte in der Mattfeldstraße wiederholt Treffpunkt für NPD-Versammlungen. In Empelde fanden bereits zwischen 1992 und 1994 regelmäßig Veranstaltungen der Deutschen Liga für Volk und Heimat (DLVH) wie diese im Gemeindehaus Op de Deel statt. Die Presse berichtet auch von einem REP-Treffen Mitte der 90er Jahre.

Naziwerbung am Klagesmarkt

Am Klagesmarkt werden Flugblätter der Unabhängigen Nachrichten aus Bingen an parkenden Autos gefunden. In den Flugblättern wird gegen die „Wehrmachtsausstellung“ polemisiert, dabei beruft man sich auch auf Veröffentlichungen von Richard Sperber aus Garbsen-Stelingen. Sperber betreibt einen Pseudo-Pressedienst und veröffentlicht Artikel in zahlreichen Nazizeitungen. Zuletzt war er Kreisvorsitzender der Deutschen Liga für Volk und Heimat in Hannover.

Nazis flüchten durch Toilettenfenster

Im Gemeindehaus Op de Deel (Empelde) der Stadt Ronnenberg ist eine Veranstaltung des hannoverschen Kreisverbandes der Deutschen Liga für Volk und Heimat (DLVH) mit Wolfgang Juchem geplant. Juchem kam über die NPD zur DLVH, gilt als Bindeglied zwischen den traditionellen faschistischen Wahlparteien und der Gesinnungsgemeinschaft der Neuen Front (GdNF) und trat bei den „Hess-Märschen“ in Fulda und Rudolstadt als Redner auf. Vor dem Gebäude sind die bekannten Neonazis Uwe Bartling und Stefan Henze mit Fotoapparaten in Sachen Anti-Antifa aktiv.
Trotzdem blockieren AntifaschistInnen das Gebäude und sind den Angriffen durch Polizei ausgesetzt. Nur so bekommen neben dem Referenten u.a. Rigolf Hennig (Landesvorsitzender der DLVH) und Holger Apfel (Landesvorsitzende der Jungen Nationaldemokraten) Zutritt zum Gebäude.
Die Veranstaltung findet trotzdem nicht im Gemeindehaus statt, da sich die ca. 20 TeilnehmerInnen durch das rückseitig gelegene Toilettenfenster flüchten. Zu spät kommende Nazis aus dem Raum Oldenburg müssen unverrichteter Dinge wieder abreisen.

CDU MdB zu Gast bei REP-Abspaltung

Zu einer Veranstaltung der Deutschen Liga für Volk und Heimat (DLVH), einer Rechts-Abspaltung der Republikaner, zum Thema „Die nationalen Interessen des deutschen Volkes“ werden die Referenten Reinhard Uhle-Wettler (Brigadegeneral a.D. und Vorsitzender der Gemeinschaft Deutscher Demokraten) sowie Rudolf Krause (CDU-Bundestagsabgeordneter) als „berufene Sprecher des deutschen Volkes“ angekündigt. Der DLVH Hannover gilt Krause als CDU-Rechtsaußen und Sprecher des ultrakonservativen Deutschland-Forums als „prominente und absolut integre Persönlichkeit“. Krause hatte in der Vergangenheit den „nationalen Kräften“ in der CDU zu konservativen Allianzen mit NPD, REP, DVU und DLVH empfohlen und angeregt die „rechtskonservativen, von der linken Presse-Mafia als rechtsextrem verunglimpften Parteien“ einem gemeinsamen Ziel unterzuordnen. So finden sich auch Republikaner um ihre Ratsherren Gerhard Wruck und Günter Lüdtke neben dem JN-Landesvorsitzenden Holger Apfel und dem ehemaligen REP-Landesvorsitzenden und jetzigem Funktionär der Deutschen Partei Norbert Margraf.
Am Abend selbst erscheint Krause nicht. Die 50 Gäste müssen mit Uhle-Wettler allein Vorlieb nehmen.

Bus aus Hannover zu Rudolf Hess

Ein voller Reisebus mit Nazis aus Hannover, Hildesheim und Umgebung startet am Waterlooplatz, um am Gedenkmarsch für Rudolf Hess in Rudolstadt teilzunehmen. Maßgeblich organisiert wird die Fahrt von der hannoverschen Vereinten Rechten um Bernd Klein, dem es gelingt ein Spektrum von organisierten Neonazis bis hin zu extrem rechten Hooligans und NPD-Mitgliedern für die Fahrt zu vereinen.
Aus dem Raum Hannover nehmen, neben Klein, u.a. Stefan „Bibo“ Hinze, Uwe „Krawalli“ Bartling (ehem. rechter Skinhead, heute unterwegs in Hooligankreisen), Oliver Brauer, Lars Giebel (Hooligan, Anti-Antifa), Jens Horn (bereits bekannt als rechter Skinhead), Werner Krutsch, Claudia Kühne, Ralf Loehnert (ehem. Umfeld oder sogar Mitglied der FAP), Michael Rackebrandt, Bernd Steinberg, Ulf Tschirdewahn, Christian Wolters (Hemmingen), Christopher Zimmermann (Marienwerder, Mitglied einer schlagenden Burschenschaft) und, der aus Hooligankreisen bekannte, Martin Engelhardt als Ordner am Aufmarsch teil und laufen hinter dem Transparent der Vereinten Rechten.
Auf Landesebene ist sie ein Zusammenschluss verschiedener Nazigruppen aus Niedersachsen, Bremen und Hamburg, die alle der Gesinnungsgemeinschaft der Neuen Front (GdNF) zuzuordnen sind. In Hannover legt die Gruppe großen Wert auf die Diskussion und Zusammenarbeit mit Parteien wie der NPD und der Deutschen Liga für Volk und Heimat.

Frühjahr 1992