Tag-Archiv für 'antisemitismus'

Holocaustmahnmal mit Farbe beschmiert

Zwischen dem 27. und 28. Januar wird das Mahnmal für die deportierten Jüdinnen und Juden am Fischerhof mit gelber Lackfarbe beschmiert. Am 27. Januar jährt sich der internationale Holocaustgedenktag.

Dirk Heuer mischt Gerichtsverhandlung auf

Der bekannte und in rechten Kreisen umtriebige Dirk Heuer muss sich vor Gericht wegen Hausfriedensbruch verantworten. Gegen das 46 jährige CDU Mitglied läuft bereits das zweite Parteiauschlussverfahren. U.a. deshalb wurde er von einem Parteitag verwiesen und sollte im Anschluss 600 € bezahlen. Heuers Klage gegen diesen Strafbefehl wird heute verhandelt.
Schon nach kurzer Zeit beleidigt Heuer den Richter und nennt ihn „ein schlimmerer Verbrecher als ich“ und beschuldigt ihn in einem anderen Verfahren einen „illegalen Deal“ gegen ihn ausgehandelt zu haben. Hier wird das erste Ordnungsgeld von 150 € gegen ihn verhängt. Neben Urteilen wegen Betrugs, Beleidigungen, falscher Verdächtigungen, einer Körperverletzung, Entfernen vom Unfallort, Fahren ohne Führerschein ist Heuer auch wegen antisemitischer Äusserungen vor Gericht bekannt.
Dirk Heuer ist der Meinung, er würde den Holocaust nicht leugnen, aber bestreiten. Auch bei dieser Verhandlung beginnt Heuer über Opferzahlen in KZs zu fabulieren.

Die Gerichtsverhandlung endet zu Ungunsten Heuers und der Richter eröht den Strafbefehl auf 800 €. Heuer unterricht die Urteilsbegründung und kassiert ein zweites Ordnungsgeld über 300 €. Nach seinem „Erfolg“ kündigt er Klagen gegen den Richter und die Zeugen an, zu denen der hannoversche CDU-Ratsfraktionschef gehört.

CDU leitet Parteiausschlussverfahren ein

Im erneuten Parteiausschlussverfahren der CDU Hannover gegen Dirk Heuer wird im April festgestellt, dass Heuers wiederholte antisemitischen Äußerungen, der Partei schaden würden. Aufgrund seines Widerspruchs geht der Fall zum Landesparteigericht.

Nordstadt: Jüdischer Friedhof geschändet

Am Vormittag wird die Schändung eines jüdischen Friedhofs in der Nordstadt entdeckt: Mit blauer und weißer Farbe wurden Hakenkreuze auf Grabsteine geschmiert, bei der Predigthalle wurden Scheiben eingeschlagen und Buchstaben aus einem Grabstein gebrochen. Zusätzlich sind weitere Flächen mit Farbe bespritzt. In der Predigthalle des Friedhofs ist zur Zeit eine Ausstellung im Zusammenhang mit dem Ersten Weltkrieg aufgebaut. Das Thema ist „Zeit zum Erinnern“.
Ein weiteres, ebenfalls in weiß gesprühtes, Hakenkreuz wird im Bereich Kniestraße/Heisenstraße – außerhalb des Friedhofs – gefunden.

Bereits am Dienstag (3. November) waren weiße Farbkleckse an der Friedhofspforte entdeckt worden ohne das diesen Bedeutung beigemessen wurde.

Antisemitische Beschimpfungen bei CDU Veranstaltung

CDU Mitglied Dirk Heuer nimmt im März 2015 an einer Veranstaltung eines Bundestagsabgeordneten der Partei teil und fällt hier wegen antisemitischer Äußerungen auf. Ein jüdischer Mitarbeiter des Abgeordneten stellt Strafanzeige gegen Heuer.

Rassistische Parolen aus Lübeck bei Fussballspiel

Beim Fussballspiel Hannover 96 II gegen VfB Lübeck skandieren die Gästefans rassistische Parolen und Sprechchöre wie „Ausländer raus“, „Zick, Zack, Zigeunerpack“ und „Juden Hannover“. Die Ultras von Hannover 96 versuchen daraufhin in den Gästeblock zu gelangen. OrdnerInnen und Polizei greifen erst jetzt ein. Von der Polizei wird Pfefferspray eingesetzt.
Bereits im Januar 2012 skandierten rund 100 Lübeck-Fans bei einem Hallenturnier des FC St. Pauli ähnliche Parolen.

Rechte Parolen bei Fussballspiel

Beim Testspiel Hannover 96 gegen Lazio Rom werden aus einer Gruppe von 30 Menschen antisemitische („Scheiß Israel“, „Eine Bombe auf Israel“, „Jude“) bzw. faschistische („Duce“ ital. für „Führer“ und offizieller Titel Mussolinis) Lieder gesungen und Parolen gerufen. Bei der Gruppe handelt es sich um Anänger der Legion Germania, einem Zusammenschluss von Fans der Vereine Lokomotive Leipzig, BFC Dynamo Dresden und Lazio Rom. Diese sind in der Vergangenheit bereits durch extrem rechte Positionierungen in Erscheinung getreten. Die Polizei ermittelt gegen drei Männer wegen des Verdachts der Volksverhetzung.

Antisemitische Parolen und Angriff

Bei einer Demonstration in der Innenstadt gegen die Angriffe auf den Gazastreifen werden antisemitische Parolen gerufen. Außerdem greifen mehrere Männer aus der Demonstration die TeilnehmerInnen einer Gegenkundgebung an, die eine Israel Fahne zeigen. Die Angreifer versuchen die Fahne runter zu reißen. Einer greift mit einem Sprungtritt an und verletzt einen Kundgebungsteilnehmer am Rücken.

CDU Mitglied beleidigt Gemeindevorsitzende

Bei einer Veranstaltung im November 2013 beschimpft, der bereits durch antisemitische Äußerungen bekannte, Dirk Heuer die Vorsitzende der Liberalen Jüdischen Gemeinde, als Lügnerin. Im weiteren Verlauf der Veranstaltung bestreitet CDU Mitglied Heuer, die Zahl jüdischer Opfer in Konzentrationslagern. Schließlich wird er des Saales verwiesen.

Verschwörungsideologischer Kongress

In einem Ramada Hotel veranstaltet Jens „Cheffe“ Blecker aus Helmstedt am 2. und 3. April den „Kongress der unabhängigen Medien“. Der Unternehmer Blecker ist u.a. Betreiber einer verschwörungstheoretischen Internetseite mit Forum, in dem Werbung für die „Protokolle der Weisen von Zion“ geschaltet ist. Hierbei handelt es sich um ein, aus mehreren fiktionalen Texten zusammengestelltes, antisemitisches Pamphlet, das eine angebliche jüdische Weltverschwörung belegen soll und bis heute als Beweis für deren Existenz angeführt wird. Sowohl auf der Homepage als auch im Forum werden nationalistische und antisemitische Verschwörungstheorien diskutiert.
Als Referenten für den Kongress wurden u.a. Andreas Popp und Frederick William Engdahl im Vorfeld angekündigt:

  • Popp ist ein Anhänger der pseudo-wissenschaftlichen und antisemitischen „Germanischen Neue Medizin“ des Ryke Geerd Hamer und Vertreter des „Reichsgedankens“, der davon ausgeht, die Bundesrepublik Deutschland sei ein illegaler Staat, da das Deutsche Reich lediglich von den Alliierten besetzt sei, aber weiterhin existiere.
  • Engdahl arbeitete als Autor für die Bürgerrechtsbewegung Solidarität und schreibt heute für den rechten, esoterischen Kopp-Verlag. Er propagiert die so genannte „Peak-Oil“-Verschwörungstheorie, die davon ausgeht, dass „Erdöl konstant unterirdisch unter ungeklärten Umständen entsteht“.

Mindestens 100 Menschen nehmen an dem Kongress teil. Andreas Popp, der zu Anfang zwar eingestand sich „oft geirrt“ zu haben und vom „Reichsgedanken“ distanzierte, machte er sich für regionalistische Modelle wie „Friesen und Bayern“ stark. Generell blieb er dem Vokabular der „Reichsbürger“ verhaftet und widmete große Teile seines Vortrags der „BRD GmbH“. Weiterhin stellte er klar „Führer könnten auch was sinnvolles sein“, warnte vor „Völkerwucherungen“ und forderte eine Art Wahl-Führerschein.
F.W. Engdahl erschien kranheitsbedingt nicht persönlich, wurde aber vom Krankenbett aus zugeschaltet. Hier stellte er Behauptungen über „Revolutionen und soziale Revolten“ auf: . Diese sind für ihn durch Geheimdienste gesteuert und ins Leben gerufen worden. Als Beispiele nannte er die russische Revolution von 1917 und die „Studentenrevolte“ von 1968. Auch hinter den aktuellen Geschehnissen in Libyen, Ägypten und anderen Ländern würden so Engdahl westliche Geheimdienste stecken.
Das Abendprogram wurde von den Bands Killez More und Die Bandbreite gestaltet, die sich in ihren Texten ebenfalls verschwörungsideologisch äußern.