Tag-Archiv für 'antisemitismus'

Nordstadt: Jüdischer Friedhof geschändet

Am Vormittag wird die Schändung eines jüdischen Friedhofs in der Nordstadt entdeckt: Mit blauer und weißer Farbe wurden Hakenkreuze auf Grabsteine geschmiert, bei der Predigthalle wurden Scheiben eingeschlagen und Buchstaben aus einem Grabstein gebrochen. Zusätzlich sind weitere Flächen mit Farbe bespritzt. In der Predigthalle des Friedhofs ist zur Zeit eine Ausstellung im Zusammenhang mit dem Ersten Weltkrieg aufgebaut. Das Thema ist „Zeit zum Erinnern“.
Ein weiteres, ebenfalls in weiß gesprühtes, Hakenkreuz wird im Bereich Kniestraße/Heisenstraße – außerhalb des Friedhofs – gefunden.

Bereits am Dienstag (3. November) waren weiße Farbkleckse an der Friedhofspforte entdeckt worden ohne das diesen Bedeutung beigemessen wurde.

Rassistische Parolen aus Lübeck bei Fussballspiel

Beim Fussballspiel Hannover 96 II gegen VfB Lübeck skandieren die Gästefans rassistische Parolen und Sprechchöre wie „Ausländer raus“, „Zick, Zack, Zigeunerpack“ und „Juden Hannover“. Die Ultras von Hannover 96 versuchen daraufhin in den Gästeblock zu gelangen. OrdnerInnen und Polizei greifen erst jetzt ein. Von der Polizei wird Pfefferspray eingesetzt.
Bereits im Januar 2012 skandierten rund 100 Lübeck-Fans bei einem Hallenturnier des FC St. Pauli ähnliche Parolen.

Rechte Parolen bei Fussballspiel

Beim Testspiel Hannover 96 gegen Lazio Rom werden aus einer Gruppe von 30 Menschen antisemitische („Scheiß Israel“, „Eine Bombe auf Israel“, „Jude“) bzw. faschistische („Duce“ ital. für „Führer“ und offizieller Titel Mussolinis) Lieder gesungen und Parolen gerufen. Bei der Gruppe handelt es sich um Anänger der Legion Germania, einem Zusammenschluss von Fans der Vereine Lokomotive Leipzig, BFC Dynamo Dresden und Lazio Rom. Diese sind in der Vergangenheit bereits durch extrem rechte Positionierungen in Erscheinung getreten. Die Polizei ermittelt gegen drei Männer wegen des Verdachts der Volksverhetzung.

Antisemitische Parolen und Angriff

Bei einer Demonstration in der Innenstadt gegen die Angriffe auf den Gazastreifen werden antisemitische Parolen gerufen. Außerdem greifen mehrere Männer aus der Demonstration die TeilnehmerInnen einer Gegenkundgebung an, die eine Israel Fahne zeigen. Die Angreifer versuchen die Fahne runter zu reißen. Einer greift mit einem Sprungtritt an und verletzt einen Kundgebungsteilnehmer am Rücken.1

Verschwörungsideologischer Kongress

In einem Ramada Hotel veranstaltet Jens „Cheffe“ Blecker aus Helmstedt am 2. und 3. April den „Kongress der unabhängigen Medien“. Der Unternehmer Blecker ist u.a. Betreiber einer verschwörungstheoretischen Internetseite mit Forum, in dem Werbung für die „Protokolle der Weisen von Zion“ geschaltet ist. Hierbei handelt es sich um ein, aus mehreren fiktionalen Texten zusammengestelltes, antisemitisches Pamphlet, das eine angebliche jüdische Weltverschwörung belegen soll und bis heute als Beweis für deren Existenz angeführt wird. Sowohl auf der Homepage als auch im Forum werden nationalistische und antisemitische Verschwörungstheorien diskutiert.
Als Referenten für den Kongress wurden u.a. Andreas Popp und Frederick William Engdahl im Vorfeld angekündigt:

  • Popp ist ein Anhänger der pseudo-wissenschaftlichen und antisemitischen „Germanischen Neue Medizin“ des Ryke Geerd Hamer und Vertreter des „Reichsgedankens“, der davon ausgeht, die Bundesrepublik Deutschland sei ein illegaler Staat, da das Deutsche Reich lediglich von den Alliierten besetzt sei, aber weiterhin existiere.
  • Engdahl arbeitete als Autor für die Bürgerrechtsbewegung Solidarität und schreibt heute für den rechten, esoterischen Kopp-Verlag. Er propagiert die so genannte „Peak-Oil“-Verschwörungstheorie, die davon ausgeht, dass „Erdöl konstant unterirdisch unter ungeklärten Umständen entsteht“.

Mindestens 100 Menschen nehmen an dem Kongress teil. Andreas Popp, der zu Anfang zwar eingestand sich „oft geirrt“ zu haben und vom „Reichsgedanken“ distanzierte, machte er sich für regionalistische Modelle wie „Friesen und Bayern“ stark. Generell blieb er dem Vokabular der „Reichsbürger“ verhaftet und widmete große Teile seines Vortrags der „BRD GmbH“. Weiterhin stellte er klar „Führer könnten auch was sinnvolles sein“, warnte vor „Völkerwucherungen“ und forderte eine Art Wahl-Führerschein.
F.W. Engdahl erschien kranheitsbedingt nicht persönlich, wurde aber vom Krankenbett aus zugeschaltet. Hier stellte er Behauptungen über „Revolutionen und soziale Revolten“ auf: . Diese sind für ihn durch Geheimdienste gesteuert und ins Leben gerufen worden. Als Beispiele nannte er die russische Revolution von 1917 und die „Studentenrevolte“ von 1968. Auch hinter den aktuellen Geschehnissen in Libyen, Ägypten und anderen Ländern würden so Engdahl westliche Geheimdienste stecken.
Das Abendprogram wurde von den Bands Killez More und Die Bandbreite gestaltet, die sich in ihren Texten ebenfalls verschwörungsideologisch äußern.

Gedenkstein in Laatzen beschmiert

In der Nacht zum 12. November wird der Gedenkstein für die während der NS-Zeit zerstörte Synagoge in Laatzen geschändet. Unbekannte beschmieren den Gedenkstein mit Farbe und einen am 9. November im Gedenken an die Reichspogromnacht angebrachten Kranz umgestoßen.1

NPD Hannover positioniert sich in parteiinternen Streit

In der NPD tobt eine interne Schlammschlacht zwischen AnhängerInnen des derzeitigen Parteivorsitzenden Udo Voigt und denen eines möglichen neuen Kandidaten, Andreas Molau. Im Zuge dessen erscheint eine Hetzschrift von NPD-Bundesgeschäftsführer Eckart Bräuniger gegen Molau und seinen Kurs des „europäischen Nationalismus“. In dem Text werden Molau und seine UnterstützerInnen u.a. antisemitisch aufgeladene Vorurteile unterstellt. Dieser Text wird auch auf der Internetseite der NPD Hannover veröffentlicht.

Rechter Referent bei Buschenschaft

Der, in rechten Kreisen bekannte, Mittelstandsexperte Prof. Dr. Eberhard Hamer aus Hannover referiert vor der Burschenschaft Ghibelinia-Leipzig zu Hannover zum Thema „Weltgeldbetrug“. Hamer ist bekannt für seine Auftritte beim verschwörungstheoretischen Internetsender Secret TV und für Veranstaltungen bei der Staats- und Wirtschaftsgesellschaft (SWG). Die SWG kann als Scharnier zwischen Konservatismus und extremer Rechter gesehen werden.

Nazis bei EM Fussballspiel

Nach dem EM Viertelfinalspiel zwischen Deutschland und der Türkei kommt es im ganzen Bundesgebiet zu rassistischen Übergriffen (z.B. Angriffe auf Dönerläden). In Hannover werden 20 Nazis von der Polizei in Gewahrsam genommen. Sie hatten beim Public Viewing rassistische Parolen gerufen. Gegen sie wird wegen Volksverhetzung ermittelt.
Auch in der Innenstadt kommt es zu Festnahmen – hier wegen antisemitischer Parolen durch Fans von Hannover 96. Gegen die 16 bis 22 Jahre alten Männer werden Verfahren wegen Volksverhetzung eingeleitet.

Rechte Parolen bei Auswärtsfahrt von 96

Bei der Auswärtsfahrt von Hannover 96 Fans nach Bremen werden diese in einem Polizeikessel zu Stadion geleitet. Mit dabei ist eine Person, deren T-Shirt zeigt die antisemitische Parole AJAB („All Jews Are Bastards“ – „Alle Juden sind Schweine“) und das Motiv zweier Comic-Figuren, die einen Davidstern zerschlagen.
Die Person wird von mehreren Fans zum Verlassen des Kessels aufgefordert. Als auch die Polizei nichts unternimmt und etwa die Strafbarkeit der Parole prüft, kommt es zu einer Auseinandersetzung. Später stellt sich heraus, dass die Person mit Mitgliedern von Royal Riot Hannover unterwegs war.