Archiv für Dezember 2011

Barsinghauen: Präventives Verbot für Falkenkeller NutzerInnen

Weil Nazis angekündigt haben in der Innenstadt von Barsinghausen präsent sein zu wollen, erteilt die Stadt alternativen Jugendlichen präventiv ein Verbot die Räume des Jugendraums Falkenkeller zu nutzen. Stattdessen versammeln sich 25 Personen zu einer Kundgebung in der Innenstadt von Barsinghausen, um gegen rechte Gewalt zu demonstrieren.

Böhse Onkelz Coverband spielt im Bad

Das Musiktheater Bad bietet der Böhse Onkelz Coverband Los Tioz eine Bühne. In der Vergangenheit kam es zu rechten Ausbrüchen Seitens Fans der Band.

Naziaufmarsch in Bielefeld

Aus Hannover nehmen u.a. Benjamin Krüger und Marcel Demuth von der Gruppe Besseres Hannover an einem Naziaufmarsch in Bielefeld teil. Demuth darf sich hier als Moderator wichtig machen.

Hausdurchsuchung bei Besseres Hannover

Die Polizei durchsucht im Rahmen der Ermittlungen wegen der Drohmail an die Sozialministerin von Niedersachsen die Wohnung und das Auto von Marc-Oliver Matuczewski. Dieser ist nicht nur als ehemaliger Vorsitzender der NPD Hannover, sondern auch als Kopf der Gruppe Besseres Hannover bekannt.

Neonazis aus Hannover marschieren in Hamburg

Neonazis aus Hannover beteiligen sich an einem unangemeldeten Naziaufmarsch in Hamburg. Der, von der Gruppe Weisse Wölfe Terrorcrew/Hamburger Nationalkollektiv (WWT/HNK) organisierte, Aufmarsch orientierte sich an dem Aktionsbild der „Unsterblichen“. So waren die TeilnehmerInnen mit weißen Masken vermummt.

Drohmail an Sozialministerin

Aus Hannover wird eine Drohmail an Niedersachsens Sozialministerin geschickt, in der es heisst: „Wir kündigen hiermit an, dass wir für die Durchsetzung unserer politischen Ziele und zur Bewahrung unserer Kultur im nächsten Jahr eine neue Waffe einsetzen werden. Wir haben die Schnauze voll und können auch anders!“ Diese Drohung ist ebenfalls auf der Homepage der Gruppe Besseres Hannover zu lesen.

Der Nachricht ist ein rassistisches Video angehängt ist in dem eine als Bär verkleidete Person mit der T-Shirt Aufschrift „Abschiebär“ vor Döner-Imbissen posiert, den Hitlergruss zeigt und die MitarbeiterInnen verhöhnt. Das Video ist stilistisch an das Bekennervideos des NSU angelehnt.
Die Polizei versäumt es die BetreiberInnen und MitarbeiterInnen der gefilmten Imbisse darüber zu informieren.

Hooligans greifen an – aus Versehen

Mehrere Mitglieder von Royal Riot Hannover und Personen, die dieser Gruppe zuzuordnen sind treiben sich nach dem Spiel Hannover 96 gegen Bayer 04 Leverkusen in der Nähe des Stadions herum. Sie verfolgen in kleinen Gruppen, Fans, bei denen sie eine Beteiligung an Auseinandersetzungen mit Maximilian Meyer vermuten. Am Schwarzen Bären überfallen sie eine fünf bis zehnköpfige Gruppe und greifen diese brutal an. Die Angreifenden sind mit Sturmmasken in schwarz-weiß-grün vermummt und fragen währenddessen nach Namen von Personen. Schließlich flüchten sie in einem heranfahrenden Auto.
Kurze Zeit später bekennt sich die Hooligan-Truppe zu dem Angriff, bedauern, dass sie die falsche Gruppe attackiert haben und kündigen an, „die richtigen Personen“ weiterhin zu suchen.

Einige Tage später nimmt Kai Bergemann zu dem Angriff in einer Mail Stellung und versucht den Konflikt als eine Streitigkeit zwischen verschiedenen Fanlagern darzustellen und herunterzuspielen: „Der Vorfall vom letzten Sonnabend war ein Fussballinterna und hatte nichts mit Politik zu tun“ und „Die formulierung ‚rechte Gewalttäter‘ ist hier allerdings mal wieder fehl am Platz.“

Das es Verstrickungen zwischen der Naziszene und Royal Riot Hannover gibt, bestätigt auch Bergemann: „Das EINE Person aus NS Kreisen bei uns mitboxt ist kein Geheimnis.“

Nazilaientheater stört DGB Veranstaltung

Dennis Seipke, Daniel Brunner, Patrick Seiler sowei zwei weitere Nazis aus dem Umfeld der Gruppe Besseres Hannover tauchen bei einer Veranstaltung zum Themenkomplex Bad Nenndorf im DGB Haus auf. Sie versuchen mit offensichtlich einstudierten Fragen deutsche Täter zu Opfern alliierter Willkür zu machen und so die Veranstaltung zu sprengen.

Eklat wegen Rassismus im Landtag

Während vor dem Landtag gegen die Abschiebepolitik der Landesregierung demonstriert wird, kommt es währen der Debatte im Landtag zu einem Eklat: Die CDU-Abgeordnete Gudrun Pieper ruft während einer Rede der migrationspolitischen Sprecherin der Grünen, Filiz Polat in deren Richtung: „Am besten hätte man Sie abschieben sollen“. Sie erhält einen Ordnungsruf und entschuldigt sich bei Polat und in einer Erklärung vor dem Parlament.

Die Fraktion der Partei Die Linke. fordert Pieper auf ihr Mandat niederzulegen, denn „[e]ine solche Aussage ist kein Kavaliersdelikt, ihre Entschuldigung kann das Gesagte nicht ungeschehen machen. Sie spiegelt eine beängstigende Geisteshaltung wider, denn aus ihr spricht Rassismus, der aus der Mitte der CDU-Fraktion kommt.“

Hausdurchsuchung wegen Kriegsverbrechen der SS

Im Rahmen einer Ermittlung wegen Kriegsverbrechen der SS wird im Großraum Hannover eine Wohnung durchsucht. Die Durchsuchungen werden bundesweit bei sechs Männern durchgeführt, die im Verdacht stehen als Angehörige der Waffen-SS-Einheit „Der Führer“ an der Ermordung von 642 Menschen in Frankreich beteiligt gewesen zu sein. Anlass des Massakers soll die Gefangennahme eines SS-Sturmbannführers durch Widerstandskämpfer gewesen sein.

Hintergrund:
Am 10. Juni 1944 überfiel die Waffen-SS Ort Oradour-sur-Glane und ermordete fast die gesamte Bevölkerung. Die Menschen wurden in eine Kirche gesperrt, die dann gesprengt und angezündet wurde. Die Männer des Ortes wurden in Scheunen und Garagen getrieben und dort erschossen. Sämtliche Häuser wurden angezündet. Noch heute ist der völlig zerstörte Ortskern eine Mahn- und Gedenkstätte.