Frei.Wild Fan greift grünen Bundestagsabgeordneten an

Am frühen Nachmittag wird ein Bundestagsabgeordneter der Grünen am Küchengarten von einem Fan der umstrittenen Band Frei.Wild angegriffen. Der Angreifer hatte erst gefragt, ob er, „der S. von den Grünen” sei, der bei der Demo im November gegen Frei.Wild Konzert im Capitol gesprochen habe. Als dies bejaht wurde, schubste der Angreifer ihn mehrmals und beschimpfte ihn in aggressiver Weisen wiederholt als „Vaterlandsverräter“, „antinationalistischen Wichser“ und droht „Ich mache dich fertig, wenn du noch mal so etwas machst“. Der Angegriffene schätzt den Angreifer als „klar Fan von Frei.Wild und aus der rechten Szene“ ein.
Der Politiker erstattete Anzeige bei der Polizei und betont: „Was mir widerfahren ist, passiert leider vielen Menschen tagtäglich, die sich gegen Rechts engagieren. Rechte Gewalt ist auch ein Problem in der Region Hannover. Aber ich werde mich nicht einschüchtern lassen und weiter gegen völkische Ideologie und Nationalismus aktiv sein!“

Hausdurchsuchungen in Pattensen

Die Polizei durchsucht in Pattensen zwei Wohnungen, die von Patrick Kruse genutzt werden. Kruse ist einer der führenden Köpfe der verbotenen Gruppe Besseres Hannover und versucht sich unter dem Namen Jugendgedanken als Liedermacher.
Die Polizei ermittelt gegen ihn wegen der Anschläge auf Parteibüros, einen Döner-Imbiss sowie eine Gedenktafel in Pattensen zwischen Oktober und Dezember 2013. Hier waren teilweise Scheiben beschädigt oder Farbanschläge verübt worden. Bei der Durchsung wurde unter anderem eine Stahlschleuder, eine Softairwaffe samt Munition sowie mehrere Glaskugeln sicher gestellt. Die Polizei prüft auch die Beteiligung an ähnlichen Anschlägen im Stadtgebiet von Hannover.
Gegen Kruse läuft zur Zeit auch ein Ermittlungsverfahren wegen des Verwendens verfassungsfeindlicher Kennzeichen.

Versuchter Angriff auf Kundgebung

Am frühen Morgen versucht eine Gruppe von ca. sieben vermummten Personen eine Kundgebung zur Unterstützung eines Hungerstreikenden in der Innenstadt anzugreifen und bedrohen die TeilnehmerInnen. Einige von ihnen tragen mit Quarzsand gefüllte Handschuhe. Mit dabei ist u.a. Patrick Kruse (Pattensen), einer der führenden Köpfe der verbotenen Gruppe Besseres Hannover. Dieser setzt sich vor Ort einen Mundschutz (wie bei Boxkämpfen verwendet) ein. Die Polizei kann die Personalien von mehreren AngreiferInnen feststellen.

Laatzener im Bundesvorstand von Pro Deutschland

Die rassistische „Bürgerbewegung“ Pro Deutschland hält in Hildesheim ihre Bundesversammlung ab. Bei der Wahl des Bundesvorstand wird auch Dieter Mutke aus Laatzen in das Gremium gewählt.

Seelzer Ratsherr kauft Thor Steinar

Thomas Schroer (Mitglied des Stadtrats in Seelze für das Bürgerforum Seelze, Ex-Republikaner) und seine Lebensgefährtin provozieren die TeilnehmerInnen einer Demonstration gegen den Thor Steinar Laden in der List indem sie während der Abschlusskundgebung demonstrativ im Laden einkaufen. Auf Nachfrage der HAZ erklärt er, dass er „vor 80 Jahren auch bei Juden eingekauft“ hätte und setzt damit eine Demonstration gegen Rechts mit dem Nationalsozialismus gleich.

Kundgebungen von Pro Deutschland in Hannover

Im Rahmen ihrer bundesweiten Wahlkampftour macht die rassistische Partei und selbsternannte „Bürgerbewegung“ Pro Deutschland auch in Hannover halt. Bei insgesamt fünf Kundgebungen (in der List, auf dem Kröpcke, dem Lindener Marktplatz, vor dem Faust Gelände und in der Kornstraße). Die sieben Mitglieder der Partei (darunter der Fahrer Dieter Mutke aus Laatzen) erreichen mit ihren Kundgebungen nur ca. fünf mutmaßliche Mitglieder der German Defence League Hannover um Siegfried Schmitz (am Kröpcke und in der Nordstadt). Alle weiteren Menschen, die sich bei den Kundgebungen einfinden beteiligen sich an Gegenprotesten.

Hintergrund:
Pro Deutschland ist das Ebenbild der extrem rechten Partei Pro NRW auf Bundesebene. Obwohl formell unabhängig voneinander, weisen beide Gruppierungen deutliche personelle Schnittstellen auf und unterscheiden sich inhaltlich nur marginal voneinander. Hauptfeind beider Parteien ist eine multikulturelle Gesellschaft, insbesondere Muslime und Roma. Im Kampf für ihr “Abendland” ist ihnen jede widerwärtige Diffamierung, Provokation und Hetze recht. Wie auch bei Pro NRW waren einige FunktionärInnen von Pro Deutschland bereits Mitglieder von Parteien und Gruppen der extremen Rechten. So z.B. der Parteivorsitzende Manfred Rouhs (Schatzmeister von Pro Köln als auch ehemaliger Kandidat von DLVH und NPD) und der Bundesgeschäftsführer Lars Seidensticker (ehemaliges Mitglied der DVU).

Thor Steinar Laden in Hannover

In der Podbielskistraße 159 eröffnet ein Ladengeschäft der Marke Thor Steinar. Die Marke ist aufgrund der Runensymbolik und eindeutigen Aufschriften in der rechten Szene äußerst beliebt. Das Geschäft ist das dritte in Westdeutschland und das fünfte mit dem Namen Tønsberg. Die Eröffnung in Hannover erfolgt nur zwei Wochen nachdem die Filiale in Berlin-Friedrichshain überraschend geschlossen hatte. Bereits am Abend demonstrieren AntifaschistInnen und AnwohnerInnen gemeinsam gegen den Laden.

Hakenkreuze in Lehrte

Unbekannte dringen in ein Hochhaus in Lehrte ein und sprühen große Hakenkreuze von innen an die Fensterschreiben. Noch Wochen später sind die Symbole vorhanden. Den für die Immobilie Verantwortlichen kann unter Umständen ein Strafverfahren drohen.

Drohparolen am UJZ Korn

In der Nacht auf den 26. August werden Drohparolen an die Fassade des UJZ Korn in der Nordstadt gesprüht. Unterschrieben sind diese Parolen mit dem Kürzel „WWT Hannover“, was für Weisse Wölfe Terrorcrew Sektion Hannover steht.

30 Minuten NPD Kundgebung am ZOB

Die angekündigte Kundgebung der NPD am ZOB im Rahmen der bundesweiten Wahlkampftour dauert nur eine halbe Stunde. Außer einem kurzen Redebeitrag müssen die rund zehn mitgereisten NPD Mitglieder auf Programm verzichten. Während der Kundgebung protestieren ca. 75 Menschen gegen den Auftritt der Nazis.



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