Mahnmal am Maschsee beschmiert

Vermutlich in der Nacht auf den 29. Mai wird das sowjetische Ehrenmal am Maschsee mit der Parole „Kein Friede den Roten“ und einem Hakenkreuz beschmiert. Die Polizei ermittelt gegen unbekannt wegen des Verwendens verfassungsfeindlicher Kennzeichen.

Hintergrund:
Um das Mahmal sind 386 ZwangsarbeiterInnen und KZ-Häftlinge vor allem aus der Sowjetunion beerdigt. Die meisten wurden in den letzten Kriegstagen Hannover von der Gestapo erschossen.

Rassistischer Angriff in Kleefeld

Am Bahnhof Karl-Wiechert-Allee (Kleefeld) werden zwei Afrodeutsche aus einer achtköpfigen Gruppe von zwei Männern rassistisch beleidigt. Ein junger Mann kommt den Betroffenen zu Hilfe, die flüchten können. Die beiden Angreifer gehen nun auf den Helfer los. Sie ziehen ihn in einen mittlerweile eingefahrenen Zug. Hier schlagen und treten sie auf ihn ein. Er kommt mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus. Auch eine Frau, die in der Bahn sitzt wird leicht verletzt.
Gegen die beiden Angreifer wird wegen schwerer Körperverletzung ermittelt. Beide kommen aus Hannover und sind der Polizei bisher nicht einschlägig bekannt.

AfD Kandidatin zur Wahl zum/zur RegionspräsidentIn

Bei der Wahl zum/zur RegionspräsidentIn tritt die Lehrerin Anke Tischler aus Springe für die Alternative für Deutschland (AfD) an. Sie erreicht in der gesamten Region mit 19.279 Stimmen ein Wahlergebnis von 4,6 %.
Spitzenwerte erreicht sie in Springe (6,4 %) und in Lehrte (5,8 %) während Wahlergebnisse in Hemmingen (3,5 %) und Gehrden (3,3 %) am unteren Ende liegen.

Wahlergebnisse in der Region Hannover zur Europawahl

Bei der Europawahl können in der Region Hannover klassische Parteien der extremen Rechten wie die NPD 0,5 % (1.938) und die Republikaner 0,2 % (764) der Stimmen für sich gewinnen. Die rechtsliberale und -populistische Alternative für Deutschland (AfD) bekommt mit 23.741 Stimmen 5,8 %. Weit abgeschlagen und wahltechnisch unbedeutend bleiben die christlich-fundamentalistische Christliche Mitte (CM) mit 206 Stimmen (0,1 %), die rechte Politsekte Bürgerrechtsbewegung Solidarität (BüSo) mit 84 Stimmen (0,0 %) und die rechtspopulistische und rassistische „Bürgerbewegung“ Pro NRW mit 191 Stimmen (0,0 %).

Rechtsausleger Lesung in der List

Der Politologe Arnulf Baring stellt in der Buchhandlung Leuenhagen & Paris in der List ein eigenes Buch vor. Während des Vortrags macht Baring immer wieder Anspielungen, die als geschichtsrevisionistisch und NS verherrlichend verstanden werden können: In der HAZ heißt es z.B.: „Hätte Hitler 1940 nach dem Sieg über Frankreich Frieden geschlossen, sagt Baring beispielsweise, so gälte er jetzt als ‚größter Deutscher‘“. Als es um deutsche Opfer sowjetischer Vergewaltigungen geht, sagt er „Wir trauern um tote Juden – aber wer trauert über diese Deutschen?“. Den Einwand eines Zuhörers, er hätte nicht allein die Bombardierung Dresdens, sondern auch die deutschen Bomben auf Coventry (England) kritisieren müssen, kontert er: „Coventry war eine Industriestadt – das kann man nicht vergleichen.“
Auch bei weiteren seiner Ausführungen dürften sich Neonazis und Rechtspopulisten wiederfinden. So sichert er der Alternative für Deutschland seine Unterstützung zu, attestiert Thilo Sarrazin „nicht auf den Kopf gefallen“ zu sein, gleichgeschlechtliche Eltern sind für ihn „gegen den gesunden Menschenverstand“ und die Emanzipation allein „Vermännlichung der Frau“. Eine „perverse Entwicklung“ ist für ihn die Tatsache, dass Frauen mehr tun als nur Kinder gebähren.
Beim Thema Europa stellt Baring klar, der Euro „funktioniert nicht“ und die Europawahl sei „absolut überflüssig“. Die EU-Aufnahme der Türkei kommentiert er mit: „Dann klopfen als nächstes die Juden an“.

Der Moderator, der mitveranstaltenden FDP nahen Friedrich-Naumann-Stiftung verklärt den Vortrag als einen „großen Ritt durch viele Themenfelder“.1 Bei der Veranstaltung fühlte sich u.a. der stellvertretende Vorsitzende der AfD Niedersachsen Matthias Dorn (Hannover) so wohl, dass er sich von Baring eine Widmung mit „guten Wünschen, auch für die AfD“ geben lässt.

Rechter moderiert Esoterik Kongress im CCH

In den Räumen des Congress Centrum Hannover (CCH) findet vom 26. – 29. April die Esoterikmesse „Spirit of Health“ statt. Vor 1000 Menschen bewirbt z.B. Jim Humble (ehemaliges Scientology Mitglied) die Wirkung seines „Miracle Mineral Supplements“ (MMS). Bei MMS handelt es sich um die hochreaktive chemische Verbindung aus Chlor und Sauerstoff: Chlordioxid. Diese wirkt auf Haut und Schleimhaut reizend bis ätzend. Im Alltag wird das Mittel zur Desinfektion und zum Bleichen verwendet. Nach Humble sollen damit AIDS, Krebs und Autismus geheilt werden.
Als Moderator wird auf der Homepage der Messe ein „Prof. Dr. Vogt“ angekündigt, dem als „Filmemacher, Moderator“ sowie Betreiber eines Webportals eine „langjährige Erfahrung“ bei der Moderation zugestanden wird. Hier handelt es sich um Michael Vogt, der von 1998 bis 2007 lediglich Honorarprofessor an der Universität Leipzig war. Er zog sich vom Lehrbetrieb zurück nachdem bekannt wurde, dass er zusammen mit Mitgliedern von NPD, Republikanern und DVU an einer Veranstaltung der extrem rechten Fraktion Identität, Tradition, Souveränität (ITS) des Europäischen Parlaments im September 2007 in Strasbourg teilgenommen hatte. 2004 produzierte er zusammen mit dem Historiker Olaf Rose (seit 2006: NPD) die Dokumentation „Geheimakte Heß“ über den Hitler Stellvertreter Rudolf Heß, die Ikone der Naziszene. Ein Historiker der Universität Würzburg bewertet diese Dokumentation wie folgt: „Insgesamt komme ich zu dem Schluss, dass es offenbar das Anliegen der DVD ist, gezielt eine Klientel zu bedienen, die gar nicht an einer wissenschaftlich haltbaren Aufklärung der Causa Heß interessiert ist, sondern nur dunklen Verschwörungstheorien nachhängt.“
Heute betreibt Vogt ein Internetportal über das verschwörungstheoretische Inhalte verbreitet werden.

Frei.Wild Fan greift grünen Bundestagsabgeordneten an

Am frühen Nachmittag wird ein Bundestagsabgeordneter der Grünen am Küchengarten von einem Fan der umstrittenen Band Frei.Wild angegriffen. Der Angreifer hatte erst gefragt, ob er, „der S. von den Grünen” sei, der bei der Demo im November gegen Frei.Wild Konzert im Capitol gesprochen habe. Als dies bejaht wurde, schubste der Angreifer ihn mehrmals und beschimpfte ihn in aggressiver Weisen wiederholt als „Vaterlandsverräter“, „antinationalistischen Wichser“ und droht „Ich mache dich fertig, wenn du noch mal so etwas machst“. Der Angegriffene schätzt den Angreifer als „klar Fan von Frei.Wild und aus der rechten Szene“ ein.
Der Politiker erstattete Anzeige bei der Polizei und betont: „Was mir widerfahren ist, passiert leider vielen Menschen tagtäglich, die sich gegen Rechts engagieren. Rechte Gewalt ist auch ein Problem in der Region Hannover. Aber ich werde mich nicht einschüchtern lassen und weiter gegen völkische Ideologie und Nationalismus aktiv sein!“

Kandidatin aus Hannover auf NPD Liste zur Europawahl

Auf dem Bundesparteitag der NPD in Kirchheim (Thüringen) wird mit Christina Krieger, die Vorsitzende der NPD Hannover auf Platz 7 der bundesweiten NPD Liste zur Europawahl am 25. Mai des Jahres gewählt.

Nazi Flugblätter am Kronsberg

Am Kronsberg werden Mitte/Ende Januar Flublätter im NS Layout und mit der Parole „Heimat! Arbeit! Zukunft! Statt BRD-System“ in Briefkästen gesteckt. Als Kontakt fungiert die Gruppe Nationaler Wiederstand Hannover [sic].

Hausdurchsuchungen in Pattensen

Die Polizei durchsucht in Pattensen zwei Wohnungen, die von Patrick Kruse genutzt werden. Kruse ist einer der führenden Köpfe der verbotenen Gruppe Besseres Hannover und versucht sich unter dem Namen Jugendgedanken als Liedermacher.
Die Polizei ermittelt gegen ihn wegen der Anschläge auf Parteibüros, einen Döner-Imbiss sowie eine Gedenktafel in Pattensen zwischen Oktober und Dezember 2013. Hier waren teilweise Scheiben beschädigt oder Farbanschläge verübt worden. Bei der Durchsung wurde unter anderem eine Stahlschleuder, eine Softairwaffe samt Munition sowie mehrere Glaskugeln sicher gestellt. Die Polizei prüft auch die Beteiligung an ähnlichen Anschlägen im Stadtgebiet von Hannover.
Gegen Kruse läuft zur Zeit auch ein Ermittlungsverfahren wegen des Verwendens verfassungsfeindlicher Kennzeichen.



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