Nordstadt: Jüdischer Friedhof geschändet

Am Vormittag wird die Schändung eines jüdischen Friedhofs in der Nordstadt entdeckt: Mit blauer und weißer Farbe wurden Hakenkreuze auf Grabsteine geschmiert, bei der Predigthalle wurden Scheiben eingeschlagen und Buchstaben aus einem Grabstein gebrochen. Zusätzlich sind weitere Flächen mit Farbe bespritzt. In der Predigthalle des Friedhofs ist zur Zeit eine Ausstellung im Zusammenhang mit dem Ersten Weltkrieg aufgebaut. Das Thema ist „Zeit zum Erinnern“.
Ein weiteres, ebenfalls in weiß gesprühtes, Hakenkreuz wird im Bereich Kniestraße/Heisenstraße – außerhalb des Friedhofs – gefunden.

Bereits am Dienstag (3. November) waren weiße Farbkleckse an der Friedhofspforte entdeckt worden ohne das diesen Bedeutung beigemessen wurde.

Südstadt: Flüchtling beschimpft und angegriffen

Ein Flüchtling aus Syrien wird in der Kestnerstraße (Südstadt) aus einem langsam vorbeifahrenden Auto mit rassistischen Parolen beleidigt. Als er schneller geht, stoppt der Wagen und vier Männer kommen auf ihn zu. Sie drücken ihn an eine Mauer und einer schlägt ihm ins Gesicht, dadurch wird der Betroffene leicht verletzt. Die Angreifer flüchten dann in Richtung Marienstraße.

Rassistische Parolen in Stadtteilen von Garbsen

Am Wochenende werden in Garbsen-Berenbostel und Garbsen-Meyenfeld rassistische Parolen mit weißer Farbe auf Straßen geschmiert. Die erste wird am Sonntag gegen 17.30 Uhr von der Polizei entdeckt, die zweite, gleichlautende Parole wird in der Nacht auf Montag (26. Oktober) von einem Anrufer bei der Polizei gemeldet.

Rassistische Provokationen vor Unterkunft in Uetze

Gegen 3 Uhr in der Nacht auf Sonntag (25. Oktober) fährt ein Auto mit hannoverschen Kennzeichen mehrmals langsam an der Geflüchtetenunterkunft in Uetze vorbei, dabei rufen die InsassInnen rassistische Parolen. Die Polizei wird vom Sicherheitsdienst der Unterkunft verständigt, die Suche nach dem Wagen bleibt ohne Erfolg.
In der folgenden Nacht Um 0.30 Uhr in der folgenden Nacht werden die Sicherheitsdienstmitarbeiter durch ein Knallgeräusch alamiert und sehen einen Mann flüchten. Trotz der aufgenommenen Verfolgung kann der Mann entwischen. Zur gleichen Zeit wird das Auto aus der vorherigen Nacht in dem Bereich gesehen.

Ein Sprecher der Gemeinde geht von einem Einzelfall aus. Dies scheint verharmlosend, da NachbarInnen nach der Öffnung immer wieder von langsam vorbeifahrenden Autos berichtet hatten. Anfang September hatte es ebenfalls einen versuchten Angriff auf eine Unterkunft in Uetze-Hänigsen gegeben.

Hakenkreuze in Langenhagen

Am Wochenende werden in Langenhagen Hakenkreuze sowie „wiederkehrende Buchstaben- und Zahlenkürzel, Zeichen und Schriftzüge“ auf Fahrzeuge, Verkehrsschilder, Mauern, Hauswände und Garagentore gesprüht. Betroffen sind die Straßen Kastanienallee, Brinkholt, Gosewischstraße, Ringstraße, Walsroder Straße, Klusriede, Am Eichenkamp, Am Hohen Brink, Sollingweg, Konrad-Adenauer-Straße und Schildhof.
Die Polizei prüft, ob die Tat möglicherweise einen politisch motivierten Hintergrund habe.

Jugendlicher durch Messerattacke lebensgefährlich verletzt

Am Steintor in der Innenstadt haben sich etwa 400 Menschen zu einer türkisch-nationalistischen Kundgebung versammelt, um für „Solidarität mit der Türkei“ und gegen die kurdische Arbeiterpartei PKK zu demonstrieren. Gezeigt werden überwiegend türkische Nationalfahnen, aber es sind auch Fahnen dabei, die auf die faschistische Ideologie der Grauen Wölfe Bezug nehmen.
Eine Gruppe von kurdischen Jugendlichen stört die Kundgebung mit Fahnen und Parolen. Daraufhin eskaliert die nationalistische Kundgebung und viele TeilnehmerInnen zeigen den Gruß der Grauen Wölfe. Die Polizei schreitet ein und trennt die Gruppen. In der Innenstadt kommt es immer wieder zu Zusammenstößen zwischen türkischen NationalistInnen und FaschistInnen aus der einen und kurdischen Jugendlichen auf der anderen Seite und der Polizei. Gegen ca. 14:20 Uhr wird ein 26-jähriger kurdischer Jugendlicher durch eine Messerattacke lebensgefährlich am Hals verletzt. Nach dem Angriff kommt es zu weiteren Auseinandersetzungen im Bereich Bahnhofstraße.

Das Leben des Jugendlichen kann durch eine Notoperation gerettet werden.

Ein 50-jähriger Mann stellt sich in der Nacht auf Sonntag der Polizei. Er soll an der Messerattacke auf den kurdischen Jugendlichen beteiligt gewesen sein. Er wird nach seiner Vernehmung wieder entlassen.

Refugees vertreiben Maskierte

Drei betrunkene und maskierte Männer (zwischen 20 und 24 Jahren) provozieren vor einer Geflüchtetenunterkunft in Uetze-Hänigsen. Die BewohnerInnen lassen sich aber nicht einschüchtern und vertreiben die Männer nach einer lautstarken verbalen Auseinandersetzung. Einer von ihnen nimmt sogar die Verfolgung der Täter auf und kann einen von ihn aufhalten. Die gerufene Polizei kann die beiden anderen Männer festnehmen. Alle sind bereits polizeibekannt, einer von ihnen wegen des Verwendens verfassungsfeindlicher Kennzeichen.

Hakenkreuze in Mittelfeld, Sahlkamp und Oststadt entdeckt

In Mittelfeld wird im Letterhausweg ein auf den Fußweg geschmiertes Hakenkreuz gefunden. Die Polizei ermittelt. Auch im Sahlkamp werden Hakenkreuze auf Müllcontainern entdeckt, die aber spiegelverkehrt gesprüht und es sich damit formell um hinduistische Glücksbringersymbole handelt. Diese Symbole waren bereits seit Monaten auf den Containern vorhanden, ohne, dass sich daran jemand gestört hätte.
Um den Vahrenwalder Platz werden gegen Abend ebenfalls Hakenkreuze an mehreren Hauswänden gefunden. Die Polizei nimmt am Vahrenwalder Platz die Personalien von vier Männern (20, zweimal 31 und 47 Jahre alt) auf und leitet Strafverfahren gegen sie ein. Drei von ihnen sind als Angehörige der rechten Szene bekannt. Ob es einen direkten Zusammenhang zwischen den beiden Taten gibt, ist nicht klar.

Stimmungsmache gegen FlüchtlingshelferInnen

In Hannover machen extrem rechte Gruppen Ende August gegen die Unterbringung und die Unterstützung von Geflüchteten mobil:

  • In Waldhausen wurden Hunderte rassistische Flugblätter der Partei Die Rechte verteilt.
  • In der Südstadt verklebte die Identitäre Bewegung Hannover Propagandaplakate. Nicht zum ersten Mal wie der Stadtteilbürgermeister bestätigt.
  • Eine Unterstützerin von Geflüchteten erhielt mehrere rassistische und sexistische Drohbriefe.
  • Ein weiterer Unterstützer, dessen Engagement in der Zeitung vorgestellt wurde, wurde im Internet dafür angegegangen und wird als „Negerfreund“ bezeichnet.

Rassistische Parolen in Badenstedt

In Badenstedt wird ein Werbeplakat am Neubau einer Flüchtlingsunterkunft mit den eindeutig rassistischen Parolen „Burn Baby Burn!“ (Brenn Baby Brenn) und „Raus!“ besprüht. Die Polizei ermittelt.



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